The Platform Group Aktie: AEP-Closing Q2/Q3 geplant
The Platform Group verlangsamt Übernahmen und setzt auf Logistikoptimierung. Analysten sehen Potenzial, der Aktienkurs bleibt jedoch verhalten.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und Bruttowarenvolumen steigen deutlich
- Konzernergebnis sinkt leicht im Jahresvergleich
- Fokus auf Zentrallager in Gladbeck
- Kursziel von Analysten bleibt optimistisch
Starkes Wachstum, schwächerer Gewinn: Bei The Platform Group passt das erste Quartal nicht in eine einfache Erfolgsstory. Der Vorstand hält die Jahresziele, bremst aber das M&A-Tempo und will Schulden abbauen. Im Zentrum steht nun weniger der nächste Deal, sondern die Frage, wie viel Marge die Plattform aus eigener Kraft sichern kann.
Am Mittwoch notiert die Aktie bei 2,78 Euro und verliert 1,07 Prozent; auf Wochensicht beträgt das Minus 4,79 Prozent. Der Kurs zeigt damit klare Zurückhaltung, obwohl die operativen Kennzahlen stark ausfallen.
Wachstum trägt, Gewinn nicht ganz
Im ersten Quartal stieg das Bruttowarenvolumen auf 438,4 Millionen Euro nach 356,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte auf 243,1 Millionen Euro.
Das ist der starke Teil der Story. The Platform Group wächst weiter über seine Plattformstruktur und baut Softwarelösungen aus. Die höhere Reichweite hilft.
Die Partnerzahl erreichte 17.221, aktive Kunden lagen bei mehr als 8,1 Millionen. NuWays hebt hervor, dass organisches Wachstum 71 Prozent des Umsatzanstiegs ausmachte.
Beim Gewinn zeigt sich die Schwachstelle. Das Konzernergebnis sank auf 17,7 Millionen Euro nach 18,2 Millionen Euro.
Je Aktie verdiente TPG 0,85 Euro nach 0,90 Euro im Vorjahr. Genau dort setzt nun die Kostenstrategie an.
Gladbeck wird zum Hebel
Die Reaktion des Managements ist klar: mehr Kontrolle über Logistik, weniger Druck aus Zinskosten. CEO Dr. Dominik Benner verweist auf veränderte Rahmenbedingungen seit dem Iran-Krieg.
First Berlin sieht vor allem zwei Stellschrauben. Das durchschnittliche Bestellvolumen soll steigen, außerdem soll das zentrale Lager in Gladbeck stärker ausgelastet werden.
Das Zentrallager bietet 12.000 Quadratmeter Lagerfläche und kann täglich 12.500 Pakete versenden. Händler können dort Waren einliefern, lagern und Retouren abwickeln lassen.
Das Ziel: weniger Abhängigkeit von externen Logistikkosten und ein gezielter Rückgang der Bankverbindlichkeiten. Das passt zur neuen Vorsicht bei Übernahmen.
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Analysten bleiben konstruktiv
Die Analysten lesen die neue Linie unterschiedlich, aber nicht negativ. NuWays bestätigt die Kaufempfehlung und nennt ein Kursziel von 17 Euro für zwölf Monate.
Das Haus wertet die langsamere Akquisitionsstrategie als Abbau eines wichtigen Investitionsrisikos. Auch die Kostenkontrolle über KI-gestützte Programme stützt diese Sicht.
First Berlin rechnet konservativer. Die WACC-Annahme steigt auf 11,1 Prozent.
Das DCF-Modell ergibt dadurch ein Kursziel von 19 Euro statt 20 Euro. Die Botschaft ist klar: Wachstum allein reicht nicht, wenn Finanzierung und Vertrieb teurer werden.
Prognose steht, M&A wird selektiver
Für 2026 peilt der Vorstand ein GMV von 1,7 Milliarden Euro und einen Nettoumsatz von 1,0 Milliarden Euro an. Das bereinigte EBITDA soll 70 bis 80 Millionen Euro erreichen.
Die Zahl geplanter Akquisitionen sinkt auf fünf bis sechs. Der Abstand zur früheren Deal-Geschwindigkeit ist bewusst gewählt.
Das größte offene Vorhaben bleibt AEP. Für die Finanzierung liegen mehrere Term Sheets vor, das Management erwartet den Abschluss Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals.
Nach dem Closing will TPG AEP mit bestehenden Pharma-Assets zu einer eigenständigen Pharma-Gruppe bündeln. Auf Pro-forma-Basis würde der Konzernumsatz auf rund 2 Milliarden Euro steigen.
Das bereinigte EBITDA läge dann bei 90 bis 100 Millionen Euro. Die Vision 2030 reicht weiter: Der Umsatz soll 3,0 bis 3,2 Milliarden Euro erreichen. Dazu kommen zweistellige Margen und ein Netzwerk von mehr als 40.000 Partnern.
Der nächste Prüfpunkt ist der AEP-Abschluss. Gelingt er im genannten Zeitfenster und sinken die Bankverbindlichkeiten sichtbar, passt die neue Kostenlinie zur Wachstumsstory. Ohne Fortschritt bei Gladbeck-Auslastung und Schuldenabbau bleibt der Bewertungsabschlag nachvollziehbar.
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