The Platform Group Aktie: Nur 5 bis 6 Akquisitionen geplant
The Platform Group fokussiert sich auf Bilanzdisziplin und plant weniger Akquisitionen. Das operative Wachstum bleibt solide, die Aktie zeigt sich verhalten.

Kurz zusammengefasst
- Verschuldungsgrad soll bis 2030 sinken
- Nur fünf bis sechs Übernahmen geplant
- Bruttowarenvolumen steigt auf 438 Millionen
- Prognose für 2026 unverändert bestätigt
The Platform Group wächst weiter, aber die spannendere Botschaft steckt diesmal in der Bilanz. Der Vorstand will die Verschuldung spürbar senken und das Übernahmetempo begrenzen. Damit rückt neben dem Plattformwachstum ein zweites Thema nach vorn: Wie teuer darf Expansion noch sein?
Der Kurs zeigt bereits Zurückhaltung. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 2,92 Euro, verlor über sieben Tage 5,19 Prozent und liegt knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,01 Euro.
Bilanzdisziplin wird zum neuen Taktgeber
The Platform Group will die Abhängigkeit von Logistikkosten verringern und Zinskosten durch den Abbau von Bankverbindlichkeiten senken. Der Verschuldungsgrad soll deutlich fallen. Genau hier liegt der strategische Akzent der Quartalsmeldung.
Im Geschäftsjahr 2025 lag der vom Unternehmen genannte Verschuldungsgrad bei 2,1x. Bis 2030 peilt der Vorstand eine Spanne von 1,0x bis 1,4x an. Leasingverbindlichkeiten rechnet die Gesellschaft bei dieser Betrachtung nicht ein.
Das ist mehr als eine technische Kennzahl. Bei wachstumsstarken Plattform- und E-Commerce-Modellen kann die Finanzierung der Expansion schnell zur Bewertungsfrage werden. Höhere Zinskosten drücken auf Spielräume, Bankverbindlichkeiten begrenzen Flexibilität. Kein Wunder, dass der Markt genauer hinsieht.
Übernahmen ja, aber selektiver
Auch beim M&A-Tempo zieht das Management eine Linie. Für das laufende Geschäftsjahr plant The Platform Group nur noch fünf bis sechs Akquisitionen. Das ist kein Rückzug aus der bisherigen Strategie, aber eine klarere Priorisierung.
Übernahmen bleiben ein wichtiger Hebel für die Skalierung. Das Unternehmen verweist weiterhin darauf, ertragreiche Gesellschaften erwerben und integrieren zu wollen. Neu ist die stärkere Verbindung aus Wachstum, Kostenkontrolle und konservativerer Finanzierung.
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Damit verschiebt sich die Erzählung der Aktie. Bisher stand vor allem die Plattformexpansion im Vordergrund. Nun muss der Markt zusätzlich bewerten, ob der Konzern Wachstum und Schuldenabbau sauber miteinander verbinden kann.
Wachstum stützt die Prognose
Operativ liefert The Platform Group robuste Zahlen. Das Bruttowarenvolumen stieg im Dreimonatszeitraum 2026 auf 438,4 Millionen Euro, nach 356,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoumsatz legte auf 243,1 Millionen Euro zu.
Beim Ergebnis blieb der Trend ebenfalls positiv. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich auf 21,8 Millionen Euro, nach 15,9 Millionen Euro im Vorjahr. Das berichtete EBITDA lag bei 25,1 Millionen Euro.
Das Konzernergebnis fiel dagegen leicht auf 17,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie sank von 0,90 Euro auf 0,85 Euro. Hier zeigt sich: Wachstum allein räumt nicht alle Ergebnisfragen ab.
Auch die Plattformkennzahlen ziehen an. Die Zahl der Bestellungen stieg auf 3,4 Millionen, der durchschnittliche Bestellwert lag bei 128 Euro. Die aktiven Kunden erhöhten sich auf 8,1 Millionen.
Der Vorstand hält an der Prognose für 2026 fest. Geplant sind ein Bruttowarenvolumen von 1,7 Milliarden Euro, ein Nettoumsatz von 1,0 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA zwischen 70 Millionen und 80 Millionen Euro.
Für die Aktie ist damit der Rahmen klarer als zuvor: Das operative Wachstum bleibt intakt, während der Kapitalmarkt den Schuldenabbau und das langsamere M&A-Tempo stärker gewichten dürfte. Die nächsten Messpunkte sind Cashflow, Bankverbindlichkeiten und die Frage, ob die bestätigten Jahresziele ohne neues Akquisitionsdruckgefühl erreichbar bleiben.
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