Einer der wichtigsten Partner wendet sich ab. Die Werbeholding Publicis rät ihren Kunden aktiv von der Nutzung der The Trade Desk-Plattform ab. Auslöser für diesen drastischen Schritt ist ein Prüfbericht, der schwerwiegende Vorwürfe über versteckte Gebühren und ungefragte KI-Zusatzfunktionen erhebt. Für das Ad-Tech-Unternehmen steht damit nicht nur ein erheblicher Umsatzanteil auf dem Spiel, sondern auch das Vertrauen der gesamten Branche.
Vorwürfe belasten das Kerngeschäft
Laut einem Bericht von Ad Age stützt sich die Publicis-Empfehlung auf ein Audit von FirmDecisions. Die Prüfer werfen der Plattform vor, unautorisierte Gebührenschichten angewendet zu haben. Zudem sollen Kunden ohne ausdrückliche Zustimmung automatisch für kostenpflichtige Funktionen, wie die neuen Kokai-KI-Tools, angemeldet worden sein. Da Publicis schätzungsweise zehn Prozent des Gesamtgeschäfts von The Trade Desk ausmacht, trifft dieser Boykottaufruf die Umsatzstabilität direkt.
Die Finanzmärkte reagierten umgehend auf den eskalierenden Konflikt. Mehrere Investmentbanken passten ihre Bewertungen nach unten an:
- Stifel: Abstufung auf „Halten“, Kursziel von 48 auf 26 US-Dollar fast halbiert.
- Rosenblatt: Senkung auf „Neutral“ mit einem neuen Kursziel von 25 US-Dollar.
- Morningstar: Streichung des wirtschaftlichen Burggrabens („Economic Moat“) von „schmal“ auf „keinen“.
Analysten sehen in dem Zerwürfnis erhebliche Unsicherheiten für das kurzfristige Wachstum. Agenturen wehren sich zunehmend gegen Initiativen wie OpenPath, die traditionelle Margen umgehen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei The Trade Desk?
Insiderkäufe im Abwärtstrend
Der aktuelle Streit ist kein Einzelfall. Zuvor hatten sich bereits andere große Agenturgruppen wie WPP und Dentsu wegen Bedenken über versteckte Kosten aus dem OpenPath-Produkt zurückgezogen. Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 36 Prozent an Wert verloren und notiert mit dem gestrigen Schlusskurs von 20,55 Euro nur noch hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief.
CEO Jeff Green wehrt sich gegen die Vorwürfe, verteidigt die Transparenz der Plattform und verweist auf Vertraulichkeitsvereinbarungen. Seine persönliche Überzeugung unterstrich er Anfang März mit dem Kauf von rund 6,1 Millionen Aktien für knapp 148 Millionen US-Dollar.
Für das erste Quartal 2026 stellte das Management bisher einen Umsatz von mindestens 678 Millionen US-Dollar in Aussicht. Da sich nun drei der fünf weltweit größten Agentur-Holdings in offenen Konflikten mit der Plattform befinden, steht diese Prognose unter starkem Druck. Die anstehende Bilanzvorlage wird konkrete Zahlen liefern, wie stark diese Abwanderung das operative Geschäft im Schatten der Konkurrenz von Amazon und Google bereits belastet.
The Trade Desk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Trade Desk-Analyse vom 19. März liefert die Antwort:
Die neusten The Trade Desk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Trade Desk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
The Trade Desk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
