The Trade Desk Aktie: Historischer Rückgang droht
The Trade Desk verfehlt Erwartungen und prognostiziert erstmals seit Jahren sinkende Umsätze. Analysten reagieren mit zahlreichen Herabstufungen und drastisch reduzierten Kurszielen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzwachstum bricht massiv ein
- Erstmals Umsatzrückgang in Aussicht gestellt
- Mehrere Analysten senken Kursziele
- Aktie verliert vorbörslich über 27 Prozent
Ein Quartalsbericht, der eine ganze Analystenriege ins Wanken bringt: The Trade Desk hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 eine Kaskade von Herabstufungen ausgelöst. Im Zentrum steht eine Prognose, die dem Werbetechnologie-Konzern erstmals außerhalb der Pandemiejahre einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich in Aussicht stellt.
Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal nur noch um 3 Prozent auf 715 Millionen US-Dollar — deutlich unter den von Analysten erwarteten rund 753 Millionen. Im Vorjahresquartal hatte das Wachstum noch bei 18,7 Prozent gelegen. Das bereinigte EBITDA von 241 Millionen US-Dollar verfehlte die Erwartungen ebenfalls klar.
Noch schwerer wiegt der Ausblick. Für das dritte Quartal stellt das Management mindestens 650 Millionen US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von etwa 160 Millionen US-Dollar in Aussicht — beides erheblich unter den Konsensschätzungen. Die implizite Marge von rund 25 Prozent steht in scharfem Kontrast zur eigenen Jahreszusage von mindestens 40 Prozent.
Analysten kappen reihenweise Kursziele
Die Reaktion der Wall Street fiel entsprechend geschlossen aus:
- BMO Capital: Herabstufung auf „Market Perform“, Kursziel von 38 auf 15 US-Dollar gesenkt
- Baird: Herabstufung auf „Neutral“, Kursziel von 27 auf 9 US-Dollar gekappt
- Guggenheim: Herabstufung auf „Neutral“, Kursziel von 25 auf 12 US-Dollar reduziert
- Truist Securities: Herabstufung auf „Hold“, neues Kursziel bei 16 US-Dollar
- Raymond James: Herabstufung auf „Underperform“
Wolfe Research bildet die Ausnahme und hält trotz gesenktem Kursziel von 16 US-Dollar an „Outperform“ fest. Als Ursachen nennen die Häuser eine schwächere Makrolage, die Verschiebung von Werbebudgets hin zu günstigeren programmatischen Fixpreis-Angeboten sowie interne Ausführungsprobleme. Hinzu kommt der wachsende Druck durch Google und Amazon, die ihre eigenen Werbeplattformen stärker konsolidieren.
Die Aktie hatte die vorherige Sitzung bereits mit einem Minus von 6,80 Prozent bei 17,67 US-Dollar beendet, ehe sie vorbörslich um weitere 27,11 Prozent auf 12,88 US-Dollar einbrach — nahe am bisherigen 52-Wochen-Tief von 16,70 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 53 Prozent verloren, auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich der Rückgang auf etwa 80 Prozent.
CEO Jeff Green räumte ein, das Quartal habe die eigenen Ansprüche verfehlt, und kündigte Maßnahmen zur Stärkung der operativen Ausführung an. BMO Capital rechnet unterdessen mit anhaltendem Gegenwind: Die Bank senkte ihre Umsatzschätzungen für 2026 und 2027 um 17 beziehungsweise 28 Prozent und geht damit für beide Jahre erstmals von rückläufigen Erlösen aus — minus 3 Prozent 2026, minus 8 Prozent 2027.
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