The Trade Desk Aktie: Zweite Prüfungswelle

Ein zweiter großer Werbekonzern lässt die Abrechnungspraktiken von The Trade Desk prüfen. Gleichzeitig sorgt eine KI-Innovation für strukturelle Sorgen und verstärkt den Verkaufsdruck auf die Aktie.

Felix Baarz ·
The Trade Desk Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Omnicom beauftragt Big-Four-Prüfung der Abrechnungen
  • Aktie verliert deutlich nach Audit-Bekanntgabe
  • KI-Innovation von Anthropic belastet Branchenperspektive
  • Operative Bruttomarge bleibt trotz Kursrutsch hoch

Kaum hat sich der Staub nach dem Publicis-Audit gelegt, steht The Trade Desk erneut unter Beschuss. Omnicom, einer der größten Werbekonzerne der Welt, hat nun ebenfalls eine externe Prüfung der Abrechnungspraktiken der Plattform in Auftrag gegeben — und ein zweiter, struktureller Gegenwind verstärkt den Druck auf die Aktie zusätzlich.

Omnicom schaltet die Big Four ein

Omnicom informierte seine Kunden per Memo, dass ein Wirtschaftsprüfer der Big Four die Abrechnungspraktiken von The Trade Desk unter die Lupe nehmen soll. Auslöser war der Bericht von Publicis, das zuvor versteckte Gebühren und nicht genehmigte Abrechnungen moniert hatte.

Bemerkenswert: Omnicom wählte bewusst eine der vier großen Prüfungsgesellschaften — ein indirekter Seitenhieb auf Publicis, das die kleinere Firma FirmDecisions eingesetzt hatte, was The Trade Desk öffentlich kritisiert hatte. Eine erste vertragliche Überprüfung durch Omnicom selbst hatte allerdings keinerlei Auffälligkeiten ergeben. Die nun folgende Prüfung ist damit eher eine Vorsichtsmaßnahme als ein konkreter Verdacht.

The Trade Desk selbst beschrieb die Beziehung zu Omnicom gegenüber Ad Age als eine, die sich „von Stärke zu Stärke“ entwickle.

Zwei Fronten, ein Kursrutsch

Der Markt reagierte trotzdem heftig. Die Aktie verlor zeitweise knapp 10 Prozent, nachdem Ad Age über das Omnicom-Audit berichtete. Das Handelsvolumen schnellte auf 20,1 Millionen Aktien, ein deutliches Zeichen für beschleunigten Verkaufsdruck.

Parallel dazu setzte am Dienstagnachmittag ein weiterer Rückgang von 7,5 Prozent ein — diesmal ausgelöst durch eine Ankündigung des KI-Unternehmens Anthropic. Dessen Assistent Claude kann künftig eigenständig Computertasks ausführen, indem er Tastatureingaben und Mausbewegungen imitiert. Analysten warnten, dass diese sogenannte „Agentic AI“ die Preissetzungsmacht klassischer Softwareanbieter untergraben könnte, wenn autonome Agenten Plattformen übergreifend operieren und damit bisherige Intermediäre überflüssig machen.

Hinter dem Konflikt mit den Agenturnetzwerken steckt auch eine strategische Grundspannung: CEO Jeff Green hat Direktpartnerschaften mit Marken aktiv gefördert und damit traditionelle Agenturen umgangen. Seine öffentliche Kritik an mangelnder Transparenz in der Branche hat das Verhältnis zu Omnicom und Publicis zusätzlich belastet.

Was der Audit-Ausgang bedeutet

Nicht alle Stimmen im Markt sind negativ. Jayson Dubin, CEO des Publisher-Netzwerks Playwire, lobte The Trade Desk zuletzt dafür, die Branche zu mehr Transparenz zu zwingen.

Das Ergebnis des Omnicom-Audits dürfte in den kommenden Wochen zum entscheidenden Kurstreiber werden. Ein sauberer Befund würde das Vertrauen der Investoren erheblich stärken — zumal die Aktie seit Jahresbeginn bereits rund 39 Prozent verloren hat und damit bereits erhebliche Risiken eingepreist sind. Die operative Bruttomarge von knapp 79 Prozent zeigt, dass das Geschäftsmodell trotz des Kurseinbruchs strukturell intakt ist.

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The Trade Desk Aktie

22,34 USD

– 1,61 USD -6,72 %
KGV 26,61
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 11,40 Mrd. USD
ISIN: US88339J1051 WKN: A2ARCV

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