Thyssenkrupp: 800 Millionen Restrukturierungskosten
Thyssenkrupp treibt Restrukturierung in Stahl, Handel und Wasserstoff voran. Die Aktie leidet unter Unsicherheit und liegt unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie unter 200-Tage-Durchschnitt
- Stahlproduktion in Frankreich gestoppt
- HKM-Anteilsverkauf bis Juni geplant
- Materials Services vor möglichem Börsengang
Thyssenkrupp baut gleichzeitig Stahl, Handel und Wasserstoff um — und der Markt quittiert die Unsicherheit mit Kursabschlägen. Die Aktie notiert bei 8,75 Euro, rund zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast zehn Prozent verloren.
Quiet Period und Halbjahreszahlen im Mai
Seit dem 22. April läuft die Quiet Period vor dem Halbjahresbericht im Mai 2026. Das Management kommuniziert in dieser Phase nicht mit dem Kapitalmarkt. Der Bericht gilt als wichtiger Prüfstein: Anleger wollen wissen, wie weit die Stahl-Restrukturierung vorankommt — und was aus den Verhandlungen mit Jindal Steel wird. Restrukturierungskosten von rund 800 Millionen Euro belasten die Bilanz der Stahltochter in diesem Jahr.
Produktionsstopp in Frankreich, HKM-Verkauf bis Juni
Die Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt die Produktion am Standort Isbergues von Juni bis September 2026 vollständig. Der Grund: Asiatische Importe decken mittlerweile mehr als die Hälfte des EU-Marktvolumens ab — zu Preisen unter den europäischen Produktionskosten. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen. Ab Juli 2026 sollen EU-Handelsschutzmaßnahmen greifen, ob der Zeitplan hält, ist offen.
Parallel treibt das Management den Ausstieg aus den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann (HKM) voran. Thyssenkrupp Steel plant, seinen 50-Prozent-Anteil bis zum 1. Juni 2026 an die Salzgitter AG zu verkaufen. Die Belieferung durch HKM endet dann bereits Ende 2028 — vier Jahre früher als ursprünglich geplant.
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Materials Services vor möglichem Börsengang
Die Handelssparte Materials Services könnte noch in diesem Jahr neu aufgestellt werden. Drei mit der Sache vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, ein Börsengang sei bereits im Herbst möglich. Geprüft werden auch ein Verkauf oder eine Abspaltung. Als Rechtsform steht eine KGaA im Raum — damit könnte Thyssenkrupp bei einem Teilverkauf die Kontrolle behalten. Die Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Menschen.
Nucera-Abstufung belastet das Bild
Zusätzlichen Druck erzeugt die Wasserstofftochter Nucera. Die Deutsche Bank stufte die Aktie auf „Halten“ ab und senkte das Kursziel auf 10 Euro — mit Verweis auf schwache Auftragslage und die Nachwirkungen einer Gewinnwarnung aus dem Frühjahr. Nucera verlor daraufhin mehr als drei Prozent. Das färbt auf die Wahrnehmung des Gesamtkonzerns ab.
Das milliardenschwere DRI-Projekt zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion in Duisburg läuft weiter. Ein fundamentaler Kurstreiber fehlt der Aktie aber so lange, wie die Stahl-Situation ungeklärt bleibt. Der HKM-Abschluss im Juni und der Halbjahresbericht im Mai sind die nächsten konkreten Wegmarken.
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