Thyssenkrupp: 800 Millionen Verlust 2026 erwartet
Thyssenkrupp bricht Verhandlungen mit Jindal Steel ab und setzt auf eigenständige Sanierung der Stahlsparte. Hohe Restrukturierungskosten belasten das Ergebnis.

Kurz zusammengefasst
- Verhandlungen mit Jindal Steel gescheitert
- Eigenständige Sanierung der Stahlsparte
- Nettoverlust bis zu 800 Millionen Euro erwartet
- Marinesparte sichert Großauftrag aus Brasilien
Thyssenkrupp zieht die Reißleine. Der Konzern hat die Verhandlungen mit Jindal Steel über einen Teilverkauf der Stahlsparte abgebrochen. Stattdessen will das Management das Sorgenkind aus eigener Kraft profitabel machen. Das wird teuer.
Wer den Umbau selbst stemmt, verbucht hohe Kosten. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Vorstand einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro. Der Grund sind hohe Rückstellungen für die Restrukturierung. Allein im ersten Quartal meldete die Sparte Steel Europe Aufwendungen von rund 400 Millionen Euro. Damit finanziert der Konzern vor allem den Stellenabbau.
Trotz dieser Belastungen hält Thyssenkrupp an den operativen Zielen fest. Das bereinigte Betriebsergebnis soll 2026 zwischen 500 und 900 Millionen Euro liegen. Der freie Cashflow bleibt indes negativ. Analysten rechnen hier mit einem Abfluss im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die konsequente Sanierung gilt als zwingende Vorarbeit für eine spätere Ausgliederung.
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Rückhalt durch die Marinetechnik
Stabilität liefert derzeit die Rüstungssparte. Thyssenkrupp hält weiterhin die knappe Mehrheit an der kürzlich abgespaltenen Thyssenkrupp Marine Systems. Die Werfttochter meldete einen Großauftrag aus Brasilien. Neben der Übergabe einer ersten Fregatte unterschrieben beide Seiten eine Absichtserklärung über vier weitere Schiffe. Das geschätzte Volumen liegt bei zwei Milliarden US-Dollar. Dieser Erfolg stützt die Gesamtbilanz.
Nächste Schritte im Umbau
Parallel dazu hofft die Stahlsparte auf stabilere Rahmenbedingungen durch EU-Schutzmaßnahmen gegen globales Dumping. Ein weiterer Baustein zur Vereinfachung des Konzerns ist der geplante Anteilsverkauf an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann. Dieser Schritt ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen.
Am Aktienmarkt reagierten Anleger zum Wochenstart abwartend auf den Strategiewechsel. Konkrete Antworten liefert der 12. Mai 2026. Dann präsentiert Thyssenkrupp den Zwischenbericht für das erste Geschäftshalbjahr. Von Konzernchef Miguel Ángel López Borrego erwarten Investoren vor allem einen genauen Zeitplan für die Sanierungsmaßnahmen.
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