Thyssenkrupp Aktie: 15-Prozent-AST-Beteiligung an Arvedi verkauft
Thyssenkrupp treibt den Konzernumbau voran: Verkauf der Italien-Beteiligung, Neustrukturierung in Ungarn und Vorbereitung der Sparte tk accelis auf die Eigenständigkeit.

Kurz zusammengefasst
- Stellenabbau und -aufbau in Ungarn
- Vollständiger Ausstieg aus Italien
- Werkstoffsparte in tk accelis umbenannt
- Aktie legt nach positiven Signalen zu
Thyssenkrupp baut um — und zwar auf mehreren Baustellen gleichzeitig. Der Essener Konzern veräußert Restanteile in Italien, strukturiert sein Ungarn-Geschäft neu und bereitet eine weitere Sparte für die Verselbstständigung vor.
Stellenabbau in Budapest, Investition in Debrecen
Im Entwicklungszentrum Budapest streicht Thyssenkrupp Automotive Technology rund 200 Stellen. Das betrifft entwicklungsnahe Bereiche. Zeitgleich entstehen am selben Standort 60 neue Positionen im globalen Business-Support.
Das klingt nach Rückzug, ist aber keiner. In Debrecen plant der Konzern ein internationales Testzentrum für Federn und Stabilisatoren. Am Standort Ungarn arbeiten insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter — und das soll so bleiben.
Raus aus Italien, rein in die Kasse
Klarer ist der Schritt in Italien. Thyssenkrupp hat seine verbleibende 15-Prozent-Beteiligung an Acciai Speciali Terni (AST) an den Partner Arvedi verkauft. Der Deal spült einen Mittelzufluss im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in die Konzernkasse.
Der Ausstieg aus AST begann 2021. Jetzt ist er vollständig. CEO Miguel Lopez treibt damit seine Strategie voran: Randaktivitäten abstoßen, Thyssenkrupp zur Finanzholding formen.
tk accelis und das Stahlwerk in Duisburg
Die frühere Werkstoffsparte Materials Services heißt ab sofort „tk accelis“. Mit einem Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro gehört sie zu den größten Werkstoffhändlern weltweit. Die Umbenennung ist kein reines Rebranding — sie bereitet die Sparte auf einen möglichen Börsengang oder Verkauf vor.
Aus Duisburg kommen indes positive Signale. Das Warmbandwerk hat den Probebetrieb nach einem Brandschaden wieder aufgenommen. Die Gespräche mit potenziellen Partnern wie Jindal Steel ruhen derzeit, während die IG Metall ein eigenständiges Zukunftskonzept für die Stahltochter fordert.
Die Aktie reagiert positiv auf die Meldungslage: Plus 2,29 Prozent auf 10,73 Euro am Donnerstag. Seit Jahresbeginn liegt das Papier gut elf Prozent im Plus — und notiert damit klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,05 Euro.
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