Thyssenkrupp Aktie: 27 Prozent Plus im Monat
Trotz roter Zahlen und gesenkter Prognose steigt die Thyssenkrupp-Aktie. Anleger setzen auf den Wert der Einzelteile.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt trotz Nettoverlust
- Hoffnung auf versteckte Werte
- Marine-Sparte mit Rekordaufträgen
- Stahlgeschäft bleibt Sorgenkind
Thyssenkrupp schreibt rote Zahlen und senkt die Umsatzprognose. Die Börse feiert den Industriekonzern trotzdem. Der Grund für die Euphorie liegt nicht im aktuellen Geschäft. Der Markt wettet auf die radikale Zerlegung des Traditionsunternehmens.
Die Aktie legte im vergangenen Monat um beachtliche 27 Prozent zu. Mit einem Schlusskurs von 11,32 Euro notiert das Papier weit über den langfristigen Trendlinien. Ein RSI-Wert von fast 89 signalisiert parallel dazu eine extrem heiße Marktphase.
Die Summe der Einzelteile
Das Management treibt den Umbau zu einer reinen Finanzholding voran. Die einzelnen Sparten sollen eigenständig agieren und kapitalmarktfähig werden. Investoren hoffen auf versteckte Werte. Einzeln betrachtet könnten Marine, Stahl und Handel deutlich mehr wert sein als im starren Konzernverbund.
Innerhalb des Unternehmens driften die Perspektiven stark auseinander:
- Marine Systems (TKMS): Die Rüstungssparte glänzt mit vollen Auftragsbüchern. Bis Ende März 2026 sammelte der Bereich Bestellungen über 20 Milliarden Euro ein.
- Steel Europe: Das Stahlgeschäft bleibt ein Sorgenkind. Die Gespräche über einen Einstieg von Jindal Steel ruhen derzeit. Thyssenkrupp sucht nun eine eigenständige Lösung für die Sparte.
- Automotive Technology: Die Autozulieferer kämpfen mit einem schwierigen Marktumfeld. Hier muss die Profitabilität dringend steigen.
Rote Zahlen, klare Ziele
Operativ plant der Vorstand vorsichtig. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Thyssenkrupp einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
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Beim bereinigten operativen Gewinn peilt das Management 500 bis 900 Millionen Euro an.
Die Umsatzprognose senkte der Konzern leicht. Der Vorstand erwartet nun einen Rückgang von bis zu drei Prozent. Schwache Nachfrage und hohe Kosten für den Konzernumbau belasten die Bilanz spürbar.
Der Markt ignoriert diese schwachen Kennzahlen derzeit völlig. Anleger kaufen rein die Vision der Aufspaltung. Kurz gesagt: ein riskantes Spiel. Wenn der Konzern die Stahl- oder Marinesparte nicht bald erfolgreich ausgliedert, verpufft die aktuelle Kursfantasie. Ein Scheitern der Umbaupläne würde die Kursgewinne der letzten Wochen direkt vernichten.
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