Thyssenkrupp Aktie: 3,4 Milliarden aus TK-Elevator-Verkauf
Thyssenkrupp treibt die Abspaltung des Werkstoffhandels voran, hält an Stahl fest und erwartet durch TK Elevator zusätzliche Liquidität.

Kurz zusammengefasst
- TK Elevator-Anteil bleibt bei 16,2 Prozent
- Bis zu 3,4 Milliarden Euro möglich
- TK Accelis erhält Börsenstart Ende Oktober
- Bereinigtes EBIT-Ziel: 600 bis 900 Millionen
Bei Thyssenkrupp rückt die Neuausrichtung der Konzernstrukturen in eine entscheidende Phase. Während am Kapitalmarkt vor allem die bevorstehende Abspaltung der Werkstoffhandelssparte Beachtung findet, formieren sich im Hintergrund weitere bedeutende Werttreiber im Portfolio des Industriekonzerns.
Sowohl die verbliebenen Anteile im Aufzugsbereich als auch die Neuaufstellung der klassischen Kernaktivitäten prägen die strategische Ausrichtung für die kommenden Quartale.
Eine zentrale Position nimmt dabei die verbliebene Beteiligung an TK Elevator ein. Nach dem Verkauf der Aufzugssparte hält Thyssenkrupp weiterhin einen Anteil von 16,2 Prozent. Ende April erwarb der finnische Hersteller Kone das Unternehmen von einem Konsortium um Cinven und Advent. Die damalige Transaktion bewertete TK Elevator einschließlich der Schulden mit 29,4 Milliarden Euro.
Medienberichten zufolge könnte Thyssenkrupp im Zuge dieses Eigentümerwechsels bis zu 3,4 Milliarden Euro über Barzahlungen sowie Kone-Aktien einnehmen. Allerdings müssen sich Anleger gedulden: Mit einem formellen Abschluss des Geschäfts wird frühestens im zweiten Quartal 2027 gerechnet. Diese potenzielle Liquidität verschafft der Führung in Essen langfristig zusätzlichen Handlungsspielraum für den anstehenden Umbau.
Parallel dazu bleibt das Stahlgeschäft eine zentrale Baustelle. Im Mai hatte Thyssenkrupp die Verhandlungen mit dem Interessenten Jindal über die Stahlsparte vorerst angehalten. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit spürbar verbesserten Marktbedingungen sowie einem erheblichen eigenen Potenzial zur Wertsteigerung. Damit setzt der Vorstand vorerst auf eine eigenständige Weiterentwicklung der traditionsreichen Sparte.
Vorbereitungen für das Debüt von TK Accelis
Deutlich konkreter gestalten sich die Schritte beim Werkstoffhandel. Vor rund zwei Wochen genehmigte eine außerordentliche Hauptversammlung die Abspaltung von TK Accelis, seither legte die Aktie um 1,6 Prozent zu. Im Rahmen dieses Vorhabens erhalten die bestehenden Anteilseigner 49 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft.
Die rechtliche Umsetzung verläuft nach Plan. Die Eintragung der Abspaltung in das Handelsregister ist für Ende Oktober 2026 vorgesehen. Unmittelbar danach soll die Erstnotiz der TK Accelis Group AG & Co. KGaA an der Börse erfolgen. Damit trennt sich Thyssenkrupp von einem wesentlichen Geschäftsbereich, um dessen operative Eigenständigkeit zu stärken.
Dass der Handelsbereich mit Rückenwind an den Markt geht, untermauern die Kennzahlen. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete TK Accelis einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) belief sich dabei auf 132 Millionen Euro.
Operativer Rahmen und Marktlage
Rückendeckung erhält der gesamte Konzernumbau durch eine verbesserte operative Verfassung. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand beim bereinigten EBIT eine Spanne von 600 bis 900 Millionen Euro an.
Die veränderten Perspektiven stützen auch das Sentiment an den Handelsplätzen. Vorbörslich wird die Thyssenkrupp-Aktie bei 15,39 Euro gehandelt.
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