Thyssenkrupp Aktie: 7. August stimmt über Spin-off ab
Thyssenkrupp treibt die Abspaltung der Werkstoffsparte voran, der Aktienkurs fällt. Anleger reagieren mit Gewinnmitnahmen auf die Nachricht.

Kurz zusammengefasst
- Aufsichtsrat genehmigt Abspaltung
- Aktie verliert rund sieben Prozent
- Sell-on-Good-News-Effekt beobachtet
- Börsengang für dieses Jahr geplant
Thyssenkrupp treibt den Konzernumbau voran. Der Aufsichtsrat hat die Abspaltung der Werkstoffsparte unter dem Namen „tk accelis“ formell genehmigt. Die Börse reagiert mit fallenden Kursen. Anleger nehmen nach dem strategischen Beschluss Gewinne mit.
Die Aktie notiert am Freitagnachmittag bei 10,55 Euro. Damit verliert das Papier auf Wochensicht rund sieben Prozent. Marktbeobachter sprechen von einem klassischen „Sell-on-Good-News“-Effekt. Viele Investoren nutzten das Erreichen der 12-Euro-Marke Anfang Juni für Verkäufe. Dass der Konzern die Sparte abspaltet, war im Kurs offensichtlich eingepreist.
Mehrheit bleibt beim Konzern
Der MDAX-Konzern baut sich schrittweise zu einer Finanzholding um. Die Pläne für tk accelis sehen eine klare Aufteilung vor. Aktionäre erhalten direkt 49 Prozent der Anteile. Thyssenkrupp behält die knappe Mehrheit und konsolidiert das Geschäft weiterhin voll. Das Ziel: Eine Notierung an der Frankfurter Börse noch im laufenden Jahr.
Analysten von JPMorgan bewerten diesen Schritt positiv. Die Abspaltung reduziert den typischen Konglomeratsabschlag der Holding. Nach Nucera und der Marinesparte TKMS geht nun die dritte große Einheit an den Kapitalmarkt. Die Werkstoffsparte setzte im vergangenen Geschäftsjahr 11,4 Milliarden Euro um. Zukünftig fokussiert sich tk accelis auf Wachstumsfelder wie Luftfahrt und Verteidigung.
Technik und Termine
Der Rücksetzer rückt technische Marken in den Fokus. Die mittelfristige Trendlinie verläuft aktuell bei 10,36 Euro. Sie dient als erste wichtige Unterstützung. Fällt der Kurs weiter, bietet der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 10 Euro ein massives Auffangbecken.
Für Investoren stehen im August zwei entscheidende Termine an. Am 7. August stimmt eine außerordentliche Hauptversammlung formell über den Spin-off ab. Am 13. August präsentiert der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal. Hier erhofft sich der Markt frische Impulse zur operativen Ertragskraft der Stahlsparte. Verteidigt die Aktie bis dahin die Marke von 10,30 Euro, werten Charttechniker die aktuelle Schwäche als gesunde Korrektur.
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