Thyssenkrupp Aktie: Accelis-Börsenstart geplant

Die geplante Börsennotierung von tk Accelis rückt näher, während Thyssenkrupp für das Stahlgeschäft weiterhin ohne strategischen Partner auskommen muss.

Andreas Sommer ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für den Börsengang eines Industriekonzerns. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Jindal-Verhandlungen bleiben vorerst ausgesetzt
  • Stahlgeschäft ohne klare Eigentümerperspektive
  • Accelis-Börsenstart für Oktober 2026 geplant
  • Aktie seit Jahresbeginn 61 Prozent teurer

Während sich der Aktienkurs von Thyssenkrupp in den vergangenen Wochen deutlich erholt hat, bleibt eine zentrale Frage für Anleger unbeantwortet: Wie geht es mit dem Stahlgeschäft weiter, nachdem die Gespräche mit einem möglichen Partner ins Stocken geraten sind? Die Antwort liegt in der strategischen Aufspaltung des Konzerns, die gerade in eine entscheidende Phase eintritt.

Jindal-Gespräche pausiert, Steel-Zukunft ungeklärt

Thyssenkrupp und Jindal Steel International hatten sich im Frühjahr darauf verständigt, ihre Verhandlungen über eine Beteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe auszusetzen. Die zuvor erhofften Übernahmegespräche waren endgültig gescheitert, seither ruht das Thema offiziell auf Eis. Für den Stahlbereich bedeutet das: Der Konzern muss die Sanierung des Segments vorerst ohne einen strategischen Partner aus Indien stemmen.

Das schafft Unsicherheit über die künftige Eigentümerstruktur des größten und zugleich problembehaftetsten Geschäftsbereichs von Thyssenkrupp. Anders als beim Marine-Geschäft oder bei tk Accelis gibt es für die Stahlsparte derzeit keinen klaren Fahrplan für eine Verselbstständigung oder externe Beteiligung. Das regulatorische Umfeld für die europäische Stahlbranche hat sich zwar spürbar verbessert – schärfere Importquoten, der Carbon Border Adjustment Mechanism und der EU Steel Action Plan sollen heimischen Herstellern Rückenwind geben. Ob das reicht, um Thyssenkrupp Steel Europe eigenständig überlebensfähig zu machen, bleibt aber offen.

Accelis-Notiz als nächster großer Meilenstein

Konkreter ist der Fahrplan für tk Accelis, die frühere Sparte Materials Services. Aktionäre hatten der Abspaltung von 49 Prozent auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bereits zugestimmt.

Rechtswirksam wird die Trennung erst mit der Eintragung ins Handelsregister, die für Ende Oktober 2026 geplant ist – unmittelbar danach soll die eigenständige Börsennotierung von tk Accelis starten. Das Geschäft brachte zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 15.500 Mitarbeiter, die weltweit etwa 250.000 Kunden betreuen.

Für Investoren markiert dieser Termin einen wichtigen Wendepunkt: Mit der separaten Notierung wird ein Teil des heutigen Mischkonzerns erstmals eigenständig an der Börse bewertet. Das könnte helfen, versteckten Wert innerhalb der Konzernstruktur sichtbar zu machen – eine Argumentation, die auch hinter dem zuletzt angehobenen Kursziel von Deutsche Bank Research stand, das vor gut einer Woche auf 18 Euro erhöht wurde.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabil gezeigt: Am heutigen Freitag notiert das Papier bei 14,99 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,1 Prozent zu.

Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 21 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 61 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 15,79 Euro, erreicht Anfang September, fehlen aktuell noch fünf Prozent.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der Markt die Accelis-Abspaltung tatsächlich als Katalysator für eine höhere Konzernbewertung honoriert – oder ob die ungeklärte Zukunft des Stahlgeschäfts die Stimmung wieder eintrübt. Beide Themen laufen bis Ende Oktober parallel und dürften die Kursentwicklung von Thyssenkrupp maßgeblich bestimmen.

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Thyssenkrupp Aktie

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