Thyssenkrupp Aktie: Apex liefert

Thyssenkrupp verzehnfacht operativen Gewinn dank Apex, kämpft aber mit schwacher Autonachfrage und hohen Umbaukosten.

Dieter Jaworski ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Operativer Gewinn steigt auf 198 Millionen Euro
  • Auftragseingang wächst um knapp ein Drittel
  • Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt
  • Restrukturierung belastet Nettoergebnis weiter

Das Sparprogramm zeigt Wirkung — und das deutlicher als erwartet. Thyssenkrupp hat im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März 2026) das bereinigte operative Ergebnis auf 198 Millionen Euro mehr als verzehnfacht. Im gleichen Quartal des Vorjahres waren es gerade einmal 19 Millionen Euro. Analysten hatten mit 167 Millionen Euro gerechnet. Der Ruhrkonzern übertraf also selbst die optimistischeren Schätzungen am Markt.

Haupttreiber des Ergebnisanstiegs waren die Stahlsparte und der Werkstoffhandel. Dort drückten niedrigere Rohstoff- und Energiekosten sowie gesunkene Personalaufwendungen die Kosten spürbar. Material Services profitierte zudem vom Nordamerika-Geschäft und dem internationalen Handel. Weniger erfreulich lief es im Automotive-Bereich, wo die Nachfrage weiter lahmt, sowie bei Thyssenkrupp Nucera im Wasserelektrolyse-Geschäft.

Auftragseingang springt kräftig an

Ein Lichtblick kam vom Auftragseingang: Er kletterte um knapp ein Drittel auf 10,6 Milliarden Euro — getrieben von Großaufträgen beim Marineschiffbauer TKMS. Im Automobil- und Stahlsegment blieb das Neugeschäft dagegen verhalten.

Der Konzernumsatz ging im Berichtszeitraum um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Auch das lag noch leicht über den Markterwartungen. Für das Gesamtjahr 2025/26 korrigierte Konzernchef Miguel Lopez den Umsatzausblick nach unten: Statt eines möglichen leichten Wachstums rechnet er nun bestenfalls mit Erlösen auf Vorjahresniveau, im schlechteren Fall mit einem Rückgang von bis zu drei Prozent.

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Umbau kostet — das ist eingepreist

Am Ergebnisziel hält Thyssenkrupp fest: Das bereinigte EBIT soll im Gesamtjahr zwischen 500 und 900 Millionen Euro landen. Unter dem Strich bleiben Verluste, denn der laufende Umbau — vor allem der Stellenabbau in der Stahlsparte — schlägt mit Restrukturierungskosten durch. Netto werden Verluste von 400 bis 800 Millionen Euro erwartet, der Mittelabfluss aus Restrukturierungen könnte 300 bis 600 Millionen Euro erreichen. Im zweiten Quartal lag der Free Cashflow vor Portfolioanpassungen bei minus 327 Millionen Euro.

Der Nettogewinn fiel mit einer Million Euro (nach Minderheiten) minimal aus — ein starker Kontrast zum Vorjahresquartal, in dem ein Sonderertrag aus dem Verkauf von TK Electrical Steel India das Ergebnis auf 167 Millionen Euro gehebelt hatte. Der Vergleich hinkt also.

Die Aktie reagierte trotz der soliden Zahlen leicht negativ und notierte nachbörslich bei rund 10,04 Euro. Das Programm Apex wirkt — die Frage ist, wie lange der Gegenwind aus schwacher Automobil- und Stahlnachfrage die operative Erholung noch bremst.

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Thyssenkrupp Aktie

10,30 EUR

– 0,43 EUR -4,01 %
KGV 41,27
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,39 %
Marktkapitalisierung 6,68 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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