Thyssenkrupp Aktie: Bank of America erhöht auf 22 Euro

Trotz Kursverlusten am Donnerstag hebt die Bank of America das Kursziel für Thyssenkrupp auf 22 Euro an. Der Konzern überzeugt mit starken Quartalszahlen, kämpft aber weiterhin mit der Stahlsparte.

Dr. Robert Sasse ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursziel auf 22 Euro angehoben
  • Aktie verliert trotzdem 3,5 Prozent
  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Marinesparte mit Auftragsbestand über 20 Milliarden

Bank of America hat das Kursziel für Thyssenkrupp am heutigen Donnerstag von 19 auf 22 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Anhebung fällt in eine Phase, in der die Aktie nach einem starken Lauf der vergangenen Wochen Federn lässt: Am heutigen Tag verliert das Papier 3,5 Prozent und notiert bei 12,64 Euro, nachdem es am Montag noch ein Fünfjahreshoch markiert hatte. Ein konkreter Auslöser für den Rücksetzer ist nicht erkennbar – die Kurszielanhebung selbst wirkt eher stützend als belastend.

Der Kursrutsch relativiert sich im Kontext der jüngsten Entwicklung. Über die vergangenen 30 Tage steht für die Aktie immer noch ein Plus von 4,5 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 36 Prozent verteuert. Zum Rekordhoch von 14,05 Euro fehlen nun rund 10 Prozent, während das 52-Wochen-Tief bei 7,10 Euro weit unterhalb der aktuellen Notiz liegt.

Solide Zahlen, aber Umsatzprognose gesenkt

Fundamental hat der Konzern zuletzt gemischte Signale geliefert. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT verbesserte sich um 28 Millionen Euro auf 183 Millionen Euro. Unter dem Strich stand erstmals wieder ein positives Nettoergebnis von 34 Millionen Euro.

Gleichzeitig senkte Thyssenkrupp die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf ein Minus zwischen 1 und 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ergebnisspanne für das bereinigte EBIT hob der Konzern dagegen an, auf 600 bis 900 Millionen Euro nach zuvor 500 bis 900 Millionen Euro.

Beim Nettoergebnis rechnet das Management für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Verlust zwischen 400 und 700 Millionen Euro. Grund dafür sind Restrukturierungsrückstellungen im Bereich Steel Europe, die weiterhin auf der Bilanz lasten. Anleger müssen die operative Stärke einzelner Sparten also gegen die strukturellen Belastungen im Stahlgeschäft abwägen.

Rückenwind von Marine Systems und tk accelis

Positive Impulse kommen aus der Marinesparte: Der Auftragsbestand von Thyssenkrupp Marine Systems hat die Marke von 20 Milliarden Euro überschritten, gestützt durch neue Millionenaufträge der Bundeswehr für Serviceschiffe sowie der kanadischen Regierung für U-Boote.

Auch die künftige Werkstoffhandelssparte tk accelis, deren Abspaltung die Aktionäre vor rund zwei Wochen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigten, meldete höhere Umsätze und ein deutlich verbessertes bereinigtes EBIT.

Als Treiber nannte das Unternehmen günstige Marktbedingungen in Nordamerika und Europa sowie höhere Liefermengen. Seit dem Aktionärsvotum hat sich der Kurs der Muttergesellschaft um lediglich 0,6 Prozent bewegt – die Abspaltung selbst liefert damit derzeit keine neuen Kursimpulse.

Operativ zeigt sich der Konzern robust: Finanzvorstand Axel Hamann bestätigte, dass die Produktion in Duisburg trotz extremen Niedrigwassers am Rhein ungestört weiterläuft, da täglich 50.000 bis 60.000 Tonnen Rohstoffe per Schiff angeliefert werden.

Für die Steel-Europe-Sparte hat Thyssenkrupp zudem einen Kapitalmarkttag für Ende September angekündigt, der weitere Details zur Strategie der schwächelnden Stahlsparte liefern soll. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen operativen Fortschritten und der ungelösten Stahlfrage schwanken.

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Thyssenkrupp Aktie

12,66 EUR

– 0,30 EUR -2,31 %
KGV
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 8,07 Mrd. EUR
Ø Kursziel 13,50 EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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