Thyssenkrupp Aktie: Belastetes Terrain!

Thyssenkrupp muss operative Fortschritte bei Materials Services nachweisen, um den Konzernumbau voranzutreiben. Der Halbjahresbericht im Mai soll Klarheit über die Zukunft der Sparte und die Stahlverkaufsgespräche bringen.

Felix Baarz ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Deadline für Nachweis der Sparten-Eigenständigkeit
  • Möglicher Börsengang oder Verkauf von Materials Services
  • Nettoverlust durch hohe Stahl-Restrukturierungskosten
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Tief

Heute endet für Thyssenkrupp eine interne Deadline mit weitreichenden Konsequenzen. Die Handelssparte Materials Services muss bis zum 31. März operative Fortschritte auf dem Weg zur Eigenständigkeit nachweisen — sonst gerät der gesamte Konzernumbau ins Stocken.

Materials Services erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Mitarbeiter. Gelingt der Nachweis, öffnet sich das Zeitfenster für einen möglichen Börsengang im Herbst 2026. Als Alternativen prüft das Management eine Abspaltung an bestehende Aktionäre, einen Direktverkauf oder die Umwandlung in eine KGaA-Struktur — letztere würde sicherstellen, dass Thyssenkrupp die Kontrolle behält, selbst wenn die Mehrheit abgegeben wird. Auf Basis vergleichbarer Branchentransaktionen könnte die Sparte rund 2 Milliarden Euro einbringen.

Gemischte Zahlen, klarer Verlustausweis

Die jüngsten Quartalszahlen spiegeln den Zustand des Konzerns treffend wider. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT verbesserte sich um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Unterm Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro — verursacht durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte von 401 Millionen Euro.

Parallel stocken die Gespräche über den Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel International. Interne Skepsis wächst: Strittige Punkte sind vor allem die Kapitalausstattung, mit der Jindal die defizitäre Stahlsparte durch den anhaltenden europäischen Abschwung stützen könnte.

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Rüstung als Gegengewicht

Stabilität kommt aus dem Rüstungsbereich. Die Marinesparte TKMS weist eine Bruttomarge von 17 Prozent und einen Auftragsbestand von knapp 19 Milliarden Euro aus. Besonderes Gewicht hat das kanadische U-Boot-Programm: TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern für zwölf konventionelle U-Boote mit einem Volumen von bis zu 37 Milliarden Euro. Die Vergabeentscheidung fällt zwischen Mai und Juni 2026.

Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 7,26 Euro — fast 45 Prozent unterhalb des Oktober-Hochs von 13,24 Euro. Mitte März hatte der Einstieg von Amundi unter die Meldeschwelle von fünf Prozent einen Tageseinbruch von bis zu zehn Prozent ausgelöst und die Stimmung zusätzlich belastet.

Drei offene Fragen bis Mai

Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 wird Klarheit bringen: Hat Materials Services die internen Ziele erfüllt? Wie weit sind die Verhandlungen mit Jindal gediehen? Und wann konkret erfolgt die HKM-Anteilsübertragung, die für den 1. Juni 2026 angesetzt ist? Die Antworten auf diese drei Fragen werden zeigen, ob der Umbaukurs tatsächlich an Fahrt gewinnt.

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Thyssenkrupp Aktie

7,19 EUR

– 0,32 EUR -4,24 %
KGV 29,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,89 %
Marktkapitalisierung 4,70 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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