Thyssenkrupp Aktie: Citigroup hebt Ziel auf 15 Euro

Trotz roter Zahlen sehen Analysten Kurspotenzial bei Thyssenkrupp. Die Abspaltung von Materials Services und neue Stahlzölle aus Brüssel treiben die Aktie.

Dr. Robert Sasse ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Analysten heben Kursziele an
  • Materials Services vor Abspaltung
  • Verschärfte EU-Stahlimportregeln
  • Möglicher U-Boot-Großauftrag aus Kanada

Rote Zahlen in der Bilanz, grüne Vorzeichen an der Börse — bei Thyssenkrupp klafft die kurzfristige Ergebnisrealität und die mittelfristige Erwartung weit auseinander. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele angehoben, und eine dichte Terminkette bis zum Sommer könnte den Kurs weiter bewegen.

Analysten sehen mehr Potenzial

Citigroup-Analyst Ephrem Ravi hob sein Kursziel von 13 auf 15 Euro an. Die Gewinnentwicklung im zweiten Geschäftsquartal sei besser als erwartet ausgefallen, und er sieht weitere Kurstreiber voraus. JPMorgan zog nach: Das Kursziel stieg von 10,10 auf 11,80 Euro, das Rating bleibt bei „Neutral“.

Ravi nennt drei konkrete Katalysatoren: die erwartete Abspaltung von Materials Services, die Monetarisierung des Anteils am Aufzuggeschäft sowie eine Stahlmarktdynamik, die sich ausgerechnet im Moment der Restrukturierung dreht. Die Bewertung hält er für weiterhin attraktiv — auch nachdem sich der Kurs im vergangenen Jahr in etwa verdoppelt hat.

Die Aktie schloss am Freitag bei 10,55 Euro, ein Minus von knapp zwei Prozent auf Tagesbasis. Auf 30-Tage-Sicht liegt sie dennoch rund 20 Prozent im Plus.

Materials Services vor dem Scheideweg

Das milliardenschwere Handelsgeschäft könnte noch in diesem Jahr neu aufgestellt werden. Insider berichten Reuters zufolge von drei Optionen: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Geprüft werde außerdem eine Umwandlung in eine KGaA, um bei einem Anteilsverkauf die Kontrolle zu behalten.

Materials Services erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Menschen. Ein Börsengang sei bereits im Herbst möglich — allerdings nur, wenn die Sparte im laufenden Quartal ihre Performance verbessert.

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Rückenwind aus Brüssel, Gegenwind aus Asien

Das Europäische Parlament hat sich auf eine deutliche Verschärfung der Stahlschutzmaßnahmen geeinigt: Die zollfreie Importmenge soll auf 18,3 Millionen Tonnen sinken, Importe darüber hinaus sollen mit 50 Prozent belastet werden. Die Regelung könnte ab 1. Juli gelten, sobald die Mitgliedsstaaten ratifiziert haben.

Für Thyssenkrupp kommt dieser Zeitplan nicht zu früh. Die Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt die Produktion am französischen Standort Isbergues von Juni bis September 2026 vollständig — weil asiatische Importe mittlerweile mehr als die Hälfte des EU-Marktvolumens abdecken, teils weit unter europäischen Produktionskosten. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen.

Kanada-Auftrag und HKM-Verkauf

Obendrein wartet der Konzern auf eine Entscheidung aus Ottawa: Kanada könnte zwischen Mai und Juni einen U-Boot-Auftrag von mehr als zehn Milliarden US-Dollar vergeben — ein potenzieller Großauftrag für die Marinesparte TKMS.

Parallel vollzieht Thyssenkrupp die Portfoliobereinigung beim Gemeinschaftsunternehmen HKM. Die eigenen Anteile sollen an Partner Salzgitter übergehen. „Mit dem geplanten Verkauf vollziehen wir einen wichtigen Schritt, um das Stahlgeschäft wettbewerbsfähig aufzustellen“, sagte Konzernchef López.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro sowie einen negativen freien Cashflow vor M&A von bis zu 600 Millionen Euro. Die Prognose wurde nach dem zweiten Quartal — Nettoverlust von 11 Millionen Euro — bestätigt. Die Richtung stimmt, die Kosten der Transformation drücken noch. Den nächsten Gradmesser liefert der Halbjahresbericht im Mai 2026, gefolgt von der EU-Abstimmung zur Stahlzoll-Verordnung vor dem 30. Juni.

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Thyssenkrupp Aktie

10,56 EUR

– 0,15 EUR -1,36 %
KGV 41,62
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,44 %
Marktkapitalisierung 6,74 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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