Thyssenkrupp Aktie: EU kürzt Stahl-Importquoten ab Juli um 47 Prozent
Thyssenkrupp verbessert operatives Ergebnis durch Sparmaßnahmen, kämpft aber weiter mit Umsatzrückgang und negativem Cashflow.
Kurz zusammengefasst
- Operatives Ergebnis trotz Umsatzminus gesteigert
- Buchwert der Stahlsparte auf 3 Milliarden erhöht
- EU senkt Stahlimportquoten ab Juli 2026
- Analysten uneins über Aktienbewertung
Thyssenkrupp liefert operativ bessere Zahlen, bekommt dafür an der Börse aber nur begrenzt Applaus. Kostenprogramme greifen, die Stahlsparte stabilisiert sich, und die EU-Handelspolitik könnte Rückenwind bringen. Der Haken: Umsatzdruck und Cash-Abfluss bleiben sichtbar.
Am Mittwoch notiert die Aktie bei 10,13 Euro und legt 1,42 Prozent zu; auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 9,07 Prozent. Das zeigt die Nervosität rund um den Halbjahresbericht.
Kosten greifen, Umsatz schwächelt
Im zweiten Geschäftsquartal sank der Umsatz auf 8,4 Milliarden Euro, ein Rückgang von 2 Prozent zum Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis verbesserte sich trotzdem, vor allem dank Restrukturierung, strenger Kostenkontrolle und Beiträgen aus Stahl sowie Werkstoffhandel.
Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seinen zentralen Zielen fest. Thyssenkrupp peilt weiter ein bereinigtes EBIT von bis zu 900 Millionen Euro an und rechnet mit einem negativen Free Cashflow vor M&A von bis zu 600 Millionen Euro.
Beim Umsatz klingt der Vorstand vorsichtiger. Erwartet wird nun eine Entwicklung zwischen minus 3 Prozent und null Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Stahl bekommt neuen Wert
Ein wichtiges Signal kommt aus Steel Europe. Finanzvorstand Axel Hamann hob den Buchwert der Stahlsparte auf rund 3 Milliarden Euro an, nach 2,4 Milliarden Euro im Dezember 2025. Das spiegelt Fortschritte beim Umbau und bessere Perspektiven durch neue Schutzregeln für europäischen Stahl wider.
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Die Gespräche mit Jindal Steel International über eine mögliche Transaktion wurden einvernehmlich pausiert. Thyssenkrupp verweist auf das verbesserte regulatorische Umfeld und die laufende Neuaufstellung der Sparte.
Ab dem 1. Juli 2026 kürzt die EU die zollfreien Stahl-Importquoten um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. Für Mengen darüber hinaus gilt ein Strafzoll von 50 Prozent. Für Thyssenkrupp wäre das ein struktureller Vorteil im europäischen Heimatmarkt.
Analysten und TK Elevator
Jefferies bleibt nach den Zahlen bei „Buy“ und einem Kursziel von 13 Euro. Die Analysten sehen die Erwartungen übertroffen und verweisen auf die Wirkung der internen Kostenmaßnahmen.
Das Gegengewicht kommt von Barclays mit einer weiterhin skeptischen „Sell“-Einschätzung. J.P. Morgan bleibt neutraler positioniert. Diese Spaltung passt zum Bild: operativ Fortschritte, aber noch kein sauberer Wachstumspfad.
Ein weiterer möglicher Hebel ist der Anteil an TK Elevator. Kone plant die Kombination mit TK Elevator in einer Transaktion über 29,4 Milliarden Euro; Thyssenkrupp erwartet nach Abschluss gewisse Mittelzuflüsse. Der Abschluss wird in 12 bis 18 Monaten angepeilt, frühestens 2027 könnten regulatorische Fragen abgeräumt sein.
Der nächste konkrete externe Impuls kommt mit den EU-Importregeln ab Juli. Bis dahin muss der Konzern zeigen, dass Kostenfortschritte und höhere Stahlbewertung nicht erneut vom Umsatzdruck und vom negativen Cashflow überlagert werden.
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