Thyssenkrupp Aktie: Gegenwind nimmt zu

Thyssenkrupp sieht sich mit Analystenabstufungen und Handelskonfliktrisiken konfrontiert, während die profitable Marinetochter TKMS und Verkaufsgespräche für die Stahlsparte positive Gegenpole bilden.

Redaktion Stock-World ·
Thyssenkrupp Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Barclays stuft Aktie auf 'Sell' herab
  • US-Handelspolitik belastet Kunden und Ausblick
  • Marinetochter TKMS mit Rekordaufträgen und MDAX-Aufstieg
  • Stahl-Verkaufsverhandlungen mit Jindal in technischer Prüfung

Die Warnsignale für den Essener Industriekonzern mehren sich. Barclays stuft den Titel auf „Sell“ herab und das Unternehmen selbst fürchtet negative Auswirkungen der US-Handelspolitik auf seine Kunden. Während der Aktienkurs auf Wochensicht nachgibt, ruhen die Hoffnungen auf der profitablen Marinetochter und den laufenden Verkaufsgesprächen für die Stahlsparte.

  • Barclays-Rating: Einstufung auf „Sell“ drückt die Stimmung.
  • Handelskonflikt: Sorge vor US-Zöllen belastet den Ausblick.
  • Stahl-Deal: Verhandlungen mit Jindal gehen in die technische Prüfung.
  • Marine-Tochter: TKMS feiert MDAX-Aufstieg und Rekordaufträge.

Analysten und Zollängste belasten

Die Skepsis am Markt wächst. Die britische Investmentbank Barclays bewertete die Thyssenkrupp Aktie am 19. Januar mit „Sell“. Damit schließen sich die Analysten der vorsichtigen Haltung von Morgan Stanley an, die den Titel bereits mit „Underweight“ und einem Kursziel von 8,70 Euro führen. Diese Einschätzungen spiegeln sich im Kursverlauf wider: Auf Wochensicht verlor das Papier 4,63 Prozent und notiert aktuell bei 10,10 Euro.

Zusätzlich zur Analystenschelte warnt der Konzern vor makroökonomischen Risiken. Die verschärfte US-Zollpolitik bedroht die exportorientierte deutsche Industrie und damit die Kernkundschaft von Thyssenkrupp. Insbesondere die ohnehin kriselnde Stahlsparte TKSE könnte unter diesen Rahmenbedingungen weiter leiden, da asiatischer Wettbewerbsdruck und eine schwache europäische Konjunktur bereits tiefe Spuren hinterlassen haben.

Hoffnungsträger TKMS und Stegra

Operativ gibt es jedoch Lichtblicke abseits des Stahlgeschäfts. Die Marinetochter TKMS zelebrierte am 19. Januar ihren Aufstieg in den MDAX an der Frankfurter Börse. Die Sparte glänzt mit fundamentaler Stärke: Der Auftragseingang verzechsfachte sich zuletzt auf rund 8,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte ein Rekordniveau von 18,2 Milliarden Euro. Auch die Profitabilität verbesserte sich, die EBIT-Marge kletterte auf 6 Prozent.

Auch im Materialhandel tut sich etwas. Thyssenkrupp Materials Processing Europe fixierte einen langfristigen Liefervertrag mit dem schwedischen Startup Stegra. Ab 2027 sollen jährlich hohe sechsstellige Tonnenmengen an CO2-reduziertem Stahl aus Schweden bezogen werden, was die strategische Ausrichtung auf grüne Märkte unterstreicht.

Verhandlungen über Stahlsparte konkretisieren sich

Der wichtigste Treiber für die Konzernstruktur bleibt der geplante Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International. Die Gespräche treten in eine entscheidende Phase: Eine Delegation des indischen Interessenten prüft im Januar das Duisburger Werk technisch.

Im Raum steht ein Stufenmodell, bei dem Jindal zunächst 60 Prozent der Anteile übernimmt und die verbleibenden 40 Prozent später erwirbt. Als größtes Hindernis gelten weiterhin die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. CEO Miguel Lopez hält dennoch an Jindal als „optimalem Partner“ fest.

Auf der kommenden Hauptversammlung am 30. Januar werden diese Themen im Mittelpunkt stehen. Trotz einer stabilen Dividende von 0,15 Euro bereitet der Vorstand die Anleger auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2025/2026 vor: Aufgrund von Restrukturierungsrückstellungen im Stahlbereich droht ein Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro.

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Thyssenkrupp Aktie

13,95 EUR

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KGV 29,58
KUV 0,25
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,10 %
Marktkapitalisierung 8,68 Mrd. EUR
Ø Kursziel 17,06 EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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