Während Thyssenkrupp mit der indischen Jindal-Gruppe über den Verkauf der Stahlsparte verhandelt, hat die IG Metall jetzt die Notbremse gezogen. Ein formelles Verfahren soll sicherstellen, dass die Beschäftigten bei einem Deal nicht unter die Räder kommen. Gleichzeitig überrascht der Konzern mit einem milliardenschweren Wasserstoff-Coup. Werden die Weichen für eine neue Ära richtig gestellt?
IG Metall startet „Fair and Best-Owner“-Offensive
Die Gewerkschaft lässt sich nicht länger vertrösten. Gemeinsam mit dem Betriebsrat von Thyssenkrupp Steel hat die IG Metall ein etabliertes Schutzverfahren aktiviert – ein klares Signal an die potenziellen Käufer aus Indien.
Die Kernforderungen im Überblick:
- Erhalt sämtlicher Produktionsstandorte ohne Ausnahmen
- Arbeitsplatzgarantien müssen bis September 2030 verbindlich bleiben
- Mitbestimmungsrechte im Aufsichtsrat dürfen nicht angetastet werden
- Bestehende Tarifverträge sind vom neuen Eigentümer anzuerkennen
„Die Beschäftigten brauchen Verlässlichkeit“, betonte Betriebsratschef Tekin Nasikkol mit deutlichen Worten. Die Jindal-Gruppe wurde bereits über das Verfahren informiert – nun steht sie am Zug. Wird der indische Stahlriese die harten Bedingungen akzeptieren?
Wasserstoff-Durchbruch mit Uniper
Fernab vom Stahlpoker zeigt Thyssenkrupp Uhde, wohin die Zukunft zeigen könnte. Der Deal mit Uniper hat es in sich: Bis zu sechs kommerzielle Ammoniak-Cracking-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 7.200 Tonnen pro Tag sollen am geplanten Wasserstoff-Importterminal in Wilhelmshaven entstehen.
Die Technologie löst ein zentrales Problem der Energiewende. Da direkter Wasserstofftransport nach Europa technisch und wirtschaftlich eine Herausforderung bleibt, dient Ammoniak als cleveres Transport- und Speichermedium. Die FEED-Phase startet Ende 2026 – dann wird es konkret.
Stahlsparte durchläuft gnadenlose Prüfung
Während die Gewerkschaft Druck aufbaut, läuft bei Jindal Steel International die Due Diligence auf Hochtouren. Europas zweitgrößter Stahlhersteller wird mit der Lupe untersucht. Die neue TKSE-Chefin Marie Jaroni, erst seit Anfang November im Amt, muss das Unternehmen durch diese kritische Phase manövrieren. Ihr Vorgänger Dennis Grimm hatte das Unternehmen mitten in den Verkaufsverhandlungen verlassen.
Der Konzernumbau läuft parallel weiter: Die Marinesparte TKMS ging im Oktober an die Börse, Automation Engineering wird an Agile Robots verkauft. Mit der IG Metall wurden bereits Vereinbarungen über reduzierte Arbeitszeiten und Standortschließungen getroffen – eine bittere Pille für die Belegschaft.
Am 9. Dezember stehen die Q4-Zahlen an. Analysten schauen besonders auf zwei Faktoren: Wie entwickelt sich das krisengeschüttelte Stahlgeschäft? Und welche Auswirkungen haben die US-Zölle auf das Automobilzuliefergeschäft? Die Antworten könnten die Bewertung des Konzerns nachhaltig verändern.
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