Thyssenkrupp steckt im März 2026 in einem Umbau, der gleich mehrere Konzernteile gleichzeitig erfasst – und genau diese Gleichzeitigkeit macht den Markt nervös. Denn während an Verkäufen, Abspaltungen und neuen Strukturen gearbeitet wird, laufen die Kosten weiter. Entscheidend wird, ob der Konzern in den nächsten Wochen an den richtigen Stellen greifbare Fortschritte liefert.
Zuletzt blieb die Aktie klar unter Druck: Am Freitag ging es um 3,23% auf 9,23 Euro nach unten, auf 7-Tage-Sicht sind es -11,82%. Der Kurs liegt damit auch deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,71 Euro – ein Zeichen, dass viele Anleger erst belastbare Belege für den Turnaround sehen wollen.
Zwei Baustellen: Handelssparte und Stahlverkauf
Im Zentrum steht die Handelstochter Materials Services. Thyssenkrupp prüft mehrere Optionen, darunter Abspaltung, Börsengang oder ein kompletter Verkauf. Ein mögliches Börsenlisting wird für Herbst 2026 als Zeitfenster genannt. Die Dimension ist erheblich: 11,4 Milliarden Euro Umsatz (Geschäftsjahr 2024/25) und mehr als 15.000 Mitarbeiter.
Kurzfristig zählt aber weniger die Strategie-Folie als das operative Ergebnis. Denn bis Ende März muss die Sparte operative Verbesserungen nachweisen. Diese Hürde gilt als Voraussetzung, damit der Konzern die nächsten Portfolioschritte im Jahresverlauf konkretisieren kann. Parallel steht auch eine Umwandlung in eine KGaA im Raum – eine Rechtsform, die bei künftigen Anteilsverkäufen mehr Kontrolle ermöglichen würde.
Bei Steel Europe laufen derweil vertrauliche Gespräche über einen Verkauf an Jindal Steel International, inklusive Due Diligence. Flankiert wird das von bereits erreichten Meilensteinen: Im Dezember 2025 kam ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM. Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant. Operativ versucht die Stahlsparte gleichzeitig Stabilität zu zeigen – unter anderem mit einem Liefervertrag mit BMW für den iX3 ab 2026.
Grüner Stahl: Wasserstoff-Pläne pausieren, DRI läuft weiter
Beim Thema „grüner Stahl“ gab es zuletzt einen Dämpfer: Thyssenkrupp Steel hat Pläne, grünen Wasserstoff für Duisburg über ein Ausschreibungsverfahren zu beschaffen, ausgesetzt. Begründung: Die Angebote seien deutlich höher als erwartet ausgefallen und wirtschaftlich nicht darstellbar.
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Am Kernprojekt hält der Konzern aber fest. Der Bau der DRI-Anlage in Duisburg wird fortgesetzt. Sie ist so ausgelegt, dass sie auch mit Erdgas betrieben werden kann – damit soll der CO₂-Ausstoß gegenüber klassischen Hochöfen um rund 50% sinken.
Zahlen: Restrukturierung drückt Ergebnis
Im 1. Quartal 2025/26 meldete Thyssenkrupp 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Gleichzeitig zeigen die Umbaukosten, wie teuer der Weg ist: 401 Millionen Euro Restrukturierungskosten bei Steel Europe führten unter dem Strich zu einem Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2025/26 stellt der Konzern einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro in Aussicht – getrieben von Restrukturierungsrückstellungen in der Steel-Europe-Einheit. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, warum die Aktie rund 30% unter dem 52-Wochen-Hoch (13,24 Euro) notiert.
Der Stabilitätsanker im Portfolio bleibt Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS): Thyssenkrupp hält 51%, und der Auftragsbestand liegt bei 18,7 Milliarden Euro.
Zum Fahrplan: Spätestens mit dem Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 müssen Anleger mehr Klarheit bekommen – vor allem zum Stand der Jindal-Gespräche, zu den operativen Fortschritten bei Materials Services bis Ende März und zur HKM-Übertragung zum 1. Juni 2026.
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