Thyssenkrupp Aktie: IG Metall legt fünf Prozent auf den Tisch
Die Direktreduktionsanlage startet später; Nucera hat in Indien eine Chlor-Alkali-Anlage mit 220.000 Tonnen Jahreskapazität in Betrieb genommen.

Kurz zusammengefasst
- Duisburger Anlage erst 2029 vorgesehen
- Engineeringphase verzögert das Grünstahlprojekt
- IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn
- Nucera-Anlage in Indien erfolgreich gestartet
Thyssenkrupp Steel Europe plant die Inbetriebnahme seiner Duisburger Direktreduktionsanlage für Grünstahl erst für 2029 statt ursprünglich 2027. Wie dpa-AFX gestern berichtete, nannte das Unternehmen die Engineeringphase als wesentlichen Grund für die Verschiebung des Projekts.
Wasserstoff soll schrittweise mehr Gewicht erhalten
Für das Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel bereitet Thyssenkrupp Steel nach eigenen Angaben vom 30. Oktober eine neue Wasserstoffausschreibung vor. Der Wasserstoffanteil soll schrittweise steigen. Dabei macht das Unternehmen den Ausbau von der Verfügbarkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Kundennachfrage abhängig.
Die angepassten Förderauflagen ermöglichen nach Unternehmensangaben einen flexibleren Hochlauf des Wasserstoffanteils. Der geplante Ausbau ist damit an mehrere Voraussetzungen gebunden; neben der Versorgung spielen ausdrücklich auch wirtschaftliche Bedingungen und die Nachfrage der Kunden eine Rolle.
Ein weiteres Thema für die Stahlsparte ist die Tarifrunde. Die IG Metall beschloss am Dienstag für die nordwestdeutsche Stahlindustrie eine Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die geforderte Laufzeit beträgt zwölf Monate. Thyssenkrupp Steel gehört zur betroffenen Tarifregion; bei den genannten Konditionen handelt es sich um eine Forderung, nicht um einen Abschluss.
Nucera meldet Inbetriebnahme in Indien
Eine abgeschlossene Inbetriebnahme meldete dagegen die Konzerntochter Thyssenkrupp Nucera am Donnerstag: Für Kutch Chemical Industries nahm sie in Indien eine Chlor-Alkali-Anlage in Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens beträgt deren Jahreskapazität 220.000 metrische Tonnen Natronlauge. Die Anlage umfasst fünf Elektrolyseure.
Der nächste bestätigte Berichtstermin für Thyssenkrupp ist der 8. Dezember 2026. An diesem Tag soll das Unternehmen seinen Jahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 veröffentlichen. Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum von Oktober bis September.
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