Thyssenkrupp Aktie: Materials Services im Herbst an die Börse
Trotz gescheiterter Stahlverkaufsverhandlungen steigt die Thyssenkrupp-Aktie. Drei Portfolio-Initiativen beflügeln die Neubewertung durch Anleger.

Kurz zusammengefasst
- Stahlspartenverkauf an Jindal ausgesetzt
- Aktie legt trotz Rückschlag um 4,5% zu
- Materials Services vor möglichem Börsengang
- TK Elevator-IPO nimmt konkrete Formen an
Der Verkauf der Stahlsparte ist vorerst vom Tisch — und der Kurs steigt trotzdem. Das sagt viel darüber aus, wie Anleger Thyssenkrupp gerade neu bewerten.
Ausgesetzte Gespräche, kaum Panik
Die Verhandlungen mit Jindal Steel International über den Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe sind ausgesetzt. Begründung des Konzerns: Die ursprünglichen Annahmen hätten sich in den vergangenen Monaten erheblich verändert, beim Umbau des Stahlsegments seien aber erhebliche Fortschritte erzielt worden. Mittelfristiges Ziel bleibt die Eigenständigkeit der Stahlsparte — mit einer möglichen Minderheitsbeteiligung der Thyssenkrupp AG.
DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp ordnete die Nachricht nüchtern ein: Medienberichte hätten bereits auf Probleme bei Pensionslasten, Investitionsbedarf und Energiekosten hingewiesen. Die Aussetzung sei „eher eine Bestätigung eines bekannten Risikos als ein vollständig neuer negativer Impuls“.
Der Markt reagierte entsprechend gelassen. Die Aktie legte heute um 4,5 Prozent auf 10,27 Euro zu — und notiert damit rund 43 Prozent über dem Märztief von 7,15 Euro. Innerhalb der vergangenen sieben Handelstage summiert sich das Plus auf über 17 Prozent.
Drei Portfolio-Themen treiben die Fantasie
Was die Stimmung trägt, sind nicht die Stahlnachrichten, sondern gleich drei parallele Entwicklungen im Konzernportfolio.
Materials Services, das Handelsgeschäft mit über 11 Milliarden Euro Jahresumsatz, steht laut Reuters-Insidern vor einer möglichen Neuaufstellung — Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Ein IPO sei bereits im Herbst denkbar, sofern die Sparte im laufenden Quartal ihre Performance verbessert. Geprüft werde auch eine Umwandlung in eine KGaA, um bei einem Anteilsverkauf die Kontrolle zu behalten.
Parallel dazu gewinnt die geplante Börsennotierung von TK Elevator an Kontur. Die Finanzinvestoren Advent und Cinven treiben den Prozess mit Goldman Sachs und Deutsche Bank als Beratern voran. Thyssenkrupp hält noch 16 Prozent an der ehemaligen Sparte — laut JPMorgan-Analysten entspricht das einem Gegenwert von rund 3,27 Milliarden Euro.
Halbjahresbericht als erster Realitätscheck
Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2025/2026 vor. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro, nach 8,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr plant der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro — beim Jahresüberschuss rechnet das Management mit einem Verlust.
Europas Stahlsektor profitiert zwar von EU-Schutzmaßnahmen gegen günstige Importe, und einige Analysten sehen das erste Quartal 2026 als möglichen Wendepunkt für höhere Stahlpreise. Ob sich das bereits in den Halbjahreszahlen widerspiegelt, wird CEO Miguel Ángel López Borrego am 12. Mai ab 11:00 Uhr in der Analysten-Telefonkonferenz erläutern müssen.
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