Thyssenkrupp Aktie: Risiko neu bewertet
Die US-Bank hebt ihre Bewertung für Thyssenkrupp auf 'Equal Weight', da der Kursverlust die Risiken bereits widerspiegelt. Die operative Lage bleibt jedoch durch hohe Umstrukturierungskosten belastet.

Kurz zusammengefasst
- Höherstufung trotz anhaltender operativer Verluste
- Kursziel leicht gesenkt, Bullen-Szenario bei 16 Euro
- Rüstungstochter TKMS als stabiler Stabilitätsanker
- Wichtige strategische Entscheidungen im Mai und Juni
Nach einer deutlichen Underperformance im bisherigen Jahresverlauf ändert die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Haltung zum Essener Industriekonzern. Die Analysten stufen das Papier hoch, obwohl das operative Geschäft durch hohe Restrukturierungskosten tief in den roten Zahlen steckt. Ein genauerer Blick auf die Einzelteile des Unternehmens offenbart, warum das Bewertungsmodell nun ein anderes Bild zeichnet.
Günstigere Bewertung nach Talfahrt
Am Dienstag hob Morgan Stanley die Einstufung von „Underweight“ auf „Equal Weight“ an, senkte das Kursziel aber minimal von 8,70 Euro auf 8,30 Euro. Diese scheinbar widersprüchliche Maßnahme resultiert aus der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate. Mit einem Minus von gut 15 Prozent seit Jahresbeginn hat der Titel Wettbewerber wie ArcelorMittal oder Salzgitter spürbar underperformt.
Auf dem aktuellen Kursniveau von 8,17 Euro sehen die Analysten den Bewertungsabschlag nun als moderat an. Das Chance-Risiko-Verhältnis präsentiere sich ausgewogener, da die negativen Faktoren der laufenden Transformation weitgehend eingepreist seien. Im extremen Bullen-Szenario – unter Annahme eines Branchen-Superzyklus und einem vollständigen Ausstieg aus dem Stahlgeschäft – hält das Brokerhaus sogar einen Wert von 16,10 Euro für möglich.
Licht und Schatten in der Bilanz
Die operative Realität des Konzerns bleibt zweigeteilt. Im ersten Geschäftsquartal sank der Umsatz preis- und nachfragebedingt um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig griff das Effizienzprogramm APEX und steigerte das bereinigte EBIT um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Unter dem Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro, primär verursacht durch massive Restrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro in der Problemsparte Steel Europe.
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Als verlässlicher Stabilitätsanker erweist sich hingegen die Rüstungstochter TKMS. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 17 Prozent liefert der U-Boot-Bauer wichtige operative Impulse. Gestützt wird dies durch den geplanten Aufbau eines Servicezentrums in Singapur sowie neue Rüstungsaufträge des Bundes für Fregatten. Bei der Wasserstofftochter Nucera dämpfen hingegen unerwartet hohe Aufwendungen für Modul-Optimierungen und ein gestopptes US-Projekt die Erwartungen.
Wichtige Fristen im Frühjahr
Neben der Stahlsparte steht die Handelstochter Materials Services unter Beobachtung. Der Bereich muss im laufenden Quartal zwingend eine verbesserte Performance nachweisen, um den Weg für eine geplante Verselbstständigung im Herbst 2026 freizumachen.
Konkrete Antworten auf die offenen strategischen Baustellen liefert der Terminkalender der kommenden Wochen:
* 12. Mai: Halbjahresbericht inklusive Update zum Verhandlungsstand mit der Jindal-Gruppe
* 12. Mai: Richtungsentscheidung zur Zukunft von Materials Services
* 1. Juni: Geplante Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter
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