Thyssenkrupp Aktie: Spin-off von tk accelis geplant

Thyssenkrupp konkretisiert die Abspaltung von Materials Services, meldet TKMS-Aufträge und plant eine Solaranlage für Rasselstein.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Sonnenaufgang als Symbol für strategische Unternehmensausgliederung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 49 Prozent von tk accelis vorgesehen
  • TKMS erhält wichtige Verteidigungsaufträge
  • Rasselstein plant acht Megawatt Solarleistung
  • Aktie 3,4 Prozent unter Jahreshoch

Thyssenkrupp konkretisiert seine Zerschlagungsstrategie. Der Konzern hat am Mittwoch Details zur geplanten Abspaltung der Sparte Materials Services unter dem neuen Namen „tk accelis“ vorgelegt. Vorgesehen ist ein Spin-off von 49 Prozent der Anteile an die bestehenden Aktionäre samt Börsengang in Frankfurt noch in diesem Jahr, während der Mutterkonzern die Mehrheit von 51 Prozent behält.

Der Schritt reiht sich in eine Serie von Strukturmaßnahmen ein, mit denen Thyssenkrupp seine Konglomeratsstruktur auflöst und einzelne Sparten eigenständiger am Kapitalmarkt positioniert. Bereits die Marinesparte TKMS ist separat notiert, an der der Konzern 51 Prozent hält.

Rüstungsgeschäft liefert zusätzliche Fantasie

Parallel zur Spin-off-Ankündigung meldete TKMS am selben Tag zwei bedeutende Fortschritte im Verteidigungsgeschäft. Die Tochter gilt als bevorzugter Lieferant für das kanadische U-Boot-Programm, das bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD umfassen könnte. Zudem unterzeichnete TKMS einen Vertrag über vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU mit der Deutschen Marine.

Diese Aufträge untermauern die Wachstumsstory der Marinesparte, die bereits Mitte August für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 131 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Für Anleger der Thyssenkrupp-Mutteraktie bedeutet der Wertzuwachs der TKMS-Beteiligung einen zusätzlichen Baustein der Umbaugeschichte, unabhängig vom klassischen Stahlgeschäft.

Grüne Investition bei Rasselstein

Auch operativ tut sich etwas abseits der Konzernzentrale: Die Tochtergesellschaft Rasselstein kündigte am Donnerstag die Installation einer 8-Megawatt-Freiflächen-Solaranlage am Standort Andernach an. Die Anlage soll die Produktion von Weißblech dekarbonisieren und Mitte 2027 in Betrieb gehen. Es ist ein kleiner, aber symbolträchtiger Schritt in Richtung klimaneutraler Stahlerzeugung, einem der zentralen strategischen Themen des Konzerns.

Aktie nahe Mehrjahreshoch

Der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie spiegelt die positive Nachrichtenlage wider. Am Freitag schloss das Papier bei 14,67 Euro und damit nur 3,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 15,18 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um 23 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 57 Prozent zu Buche.

Die anhaltende Stärke lässt sich auch mit frischer Analystenzustimmung erklären: Die DZ Bank stufte die Aktie am 21. August von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Bank of America bekräftigte am 20. August ihre „Buy“-Einstufung und hob das Kursziel von 19,00 auf 22,00 Euro an.

Ausblick auf weitere Termine

Investoren richten den Blick nun auf zwei anstehende Ereignisse: Ende September plant das Management einen Kapitalmarkttag speziell zur Stahlsparte Steel Europe in London, ein genauer Termin wurde bislang nicht bestätigt.

Am 8. Dezember folgen dann die Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/2026. Beide Termine dürften zeigen, ob der eingeschlagene Umbaukurs mit Spin-offs, Rüstungsaufträgen und grünen Investitionen tatsächlich nachhaltigen Wert für die Aktionäre schafft.

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Thyssenkrupp Aktie

15,14 EUR

– 0,06 EUR -0,39 %
KGV 33,07
KUV 0,29
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,05 %
Marktkapitalisierung 9,43 Mrd. EUR
Ø Kursziel 16,38 EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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