Thyssenkrupp Aktie: Tiefstand erwartet?
Der Industriekonzern meldet steigendes operatives Ergebnis, doch hohe Restrukturierungskosten im Stahlbereich und eine Gewinnwarnung der Tochter Nucera führen zu einem Nettoverlust.

Kurz zusammengefasst
- Nettoverlust von 334 Millionen Euro im Quartal
- Hohe Restrukturierungskosten bei Steel Europe
- Gewinnwarnung der Wasserstofftochter Nucera
- Verkauf der Sparte Automation Engineering
Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seine Neuausrichtung konsequent voran und verzeichnet erste operative Erfolge. Allerdings fressen massive Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft und eine Gewinnwarnung der Wasserstofftochter Nucera diese Fortschritte auf der untersten Zeile direkt wieder auf. Das erklärt, warum das Papier seit Jahresanfang fast ein Fünftel seines Wertes eingebüßt hat und mit dem gestrigen Schlusskurs von 7,80 Euro rund 20 Prozent unter seiner 50-Tage-Linie notiert.
Operative Fortschritte und tiefe Löcher
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 zeigte sich die ambivalente Lage deutlich. Während der Umsatz um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro schrumpfte, stieg das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Die Effizienzmaßnahmen des Managements zeigen offensichtlich Wirkung. Gleichzeitig drückten allein bei Steel Europe angefallene Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro das Konzernergebnis tief ins Minus. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Als Teil der laufenden Portfoliobereinigung veräußerte der Konzern zudem zum 1. April die Sparte Automation Engineering an die Münchner Agile Robots SE. Thyssenkrupp konzentriert sich im Automotive-Bereich nun auf margenstärkere und kapitalmarktfähige Segmente wie das Schmiedegeschäft.
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Nucera und Elektroband als Bremsklötze
Abseits der internen Umstrukturierungen belasten externe Faktoren und Tochtergesellschaften die Bilanz. Nucera musste kürzlich eine Gewinnwarnung herausgeben. Ungeplante Nachrüstkosten für ausgelieferte Module und ein geplatzter Vertrag in den USA bescheren der Wasserstofftochter im laufenden Jahr voraussichtlich einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro.
Auch das Spezialstahlgeschäft bereitet Sorgen. Das Werk im französischen Isbergues wird die Produktion zwischen Juni und September 2026 komplett einstellen. Der Konzern fordert von der Europäischen Kommission wirksamere Handelsschutzmaßnahmen gegen die Importkonkurrenz. Eine gewisse Entlastung ist in Sicht, da das EU-Parlament bereits schärferen Importquoten und höheren Schutzzöllen zugestimmt hat, die ab dem 1. Juli greifen sollen.
Die Vorlage des Halbjahresberichts am 12. Mai wird den nächsten konkreten Einblick in die finanzielle Belastbarkeit des Gesamtkonzerns geben. Bis zu diesem Stichtag erwartet der Markt zudem Klarheit über den Ausgang der laufenden Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel. Ein erfolgreicher Abschluss dieser Verhandlungen würde einen entscheidenden Meilenstein bei der Lösung der strukturellen Stahlprobleme von Thyssenkrupp markieren.
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