Thyssenkrupp Aktie: TKMS-Auftragsrekord treibt auf 13,79 Euro

Rekordaufträge bei der Marinesparte und ein überraschend positiver Quartalsgewinn treiben die Thyssenkrupp-Aktie nahe an ihr 52-Wochen-Hoch.

Eduard Altmann ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordbestellungen bei Marinesparte TKMS
  • Erster Nettogewinn seit langer Zeit
  • Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch
  • Umsatzplus von 7,3 Prozent im Quartal

Thyssenkrupp Marine Systems meldet einen Auftragsrekord und hievt die Konzernaktie damit auf neue Höchststände. Die Sparte, die U-Boote und Überwasserschiffe für Marinen weltweit baut, füllt ihre Bücher in einem Tempo, das selbst innerhalb des ohnehin gut laufenden Konzerns heraussticht.

Der Schlusskurs von 13,79 Euro am Freitag markiert einen Abstand von nur 1,5 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 14,00 Euro. Die Rally der vergangenen Wochen hat den Titel damit an seine bisherige Bestmarke herangeführt, getragen von einer Mischung aus operativer Stabilisierung im Konzern und der Rüstungssparte als Wachstumsmotor.

Konzernzahlen liefern die Basis

Der Auftragsrekord bei TKMS fällt zeitlich mit soliden Konzernzahlen zusammen. Im dritten Geschäftsquartal, das die Monate April bis Juni 2026 umfasst, steigerte Thyssenkrupp den Umsatz um 7,3 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gegenüber 8,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Unter dem Strich stand erstmals seit langem wieder ein positives Ergebnis: 34 Millionen Euro Nettogewinn, nach einem Verlust von 255 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Der Auftragseingang des Gesamtkonzerns ging zwar auf 7,7 Milliarden Euro zurück, nach 10,1 Milliarden Euro im Vorjahr – dieser Rückgang erklärt sich jedoch aus einem außergewöhnlich hohen Vorjahreswert, der durch U-Boot-Großaufträge getrieben war. Vor diesem Hintergrund wirkt der aktuelle Auftragsrekord bei TKMS umso bemerkenswerter: Die Marinesparte baut offenbar gerade dort weiter aus, wo der Konzern im Vorjahr bereits stark war.

Auch die Stahl- und Werkstoffsparten trugen zum positiven Quartal bei. Die Sparte tk Materials Services steigerte den Auftragseingang um 20 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro und den Umsatz um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, bei einem Versandvolumen von 2,1 Millionen Tonnen nach 1,7 Millionen Tonnen im Vorjahr. tk Steel Europe verzeichnete einen Auftragseingang von 3,3 Milliarden Euro, ein Plus von 9 Prozent, während der Umsatz um 5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro kletterte – trotz sinkender Preise, insbesondere bei Weißblech infolge der US-Handelspolitik und bei Elektroband wegen zunehmender EU-Importe. Ein positiver Einmaleffekt von 131 Millionen Euro aus dem Verkauf der HKM-Beteiligung stützte das Nettoergebnis zusätzlich.

Rally nähert sich einer Bewährungsprobe

Die Kombination aus Rüstungsboom und wiedergefundener Profitabilität im Kerngeschäft hat den Titel binnen sieben Tagen um 11 Prozent und binnen 30 Tagen um 17 Prozent nach oben getrieben. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 48 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 60 Prozent.

Charttechnisch nähert sich die Aktie damit einer wichtigen Widerstandszone nahe dem bisherigen Hoch. Ein Ausbruch könnte ein neues Bewertungsniveau eröffnen – Marktbeobachtern zufolge bleiben aber Gewinnmitnahmen nach der starken Rallye ein Risiko, zumal die Aktie mit einem RSI von 71,5 bereits in überkauftem Terrain notiert.

Für die vor gut einer Woche beschlossene Abspaltung der Sparte tk accelis, die seither einen Kursanstieg von rund 10 Prozent begleitet hat, bleibt der Rüstungserfolg von TKMS ein wichtiges Gegengewicht: Er zeigt Anlegern, dass der Konzern auch jenseits der Stahlsparte über tragfähige Wachstumssäulen verfügt.

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Thyssenkrupp Aktie

13,80 EUR

+ 0,40 EUR +2,95 %
KGV
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 8,60 Mrd. EUR
Ø Kursziel 13,50 EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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