Thyssenkrupp Aktie: Töchter federn Stahlkrise ab

Während das Stahlgeschäft von Importdruck und Produktionsstopps belastet wird, bieten Börsengangpläne bei TK Elevator und starke Rüstungsaufträge Perspektiven für Thyssenkrupp.

Redaktion Stock-World ·
Thyssenkrupp Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • IPO-Pläne für TK Elevator mit Milliardenbewertung
  • Stahlsparte durch Importdruck und Werksstopp belastet
  • Rüstungstochter TKMS mit Milliardenaufträgen bis 2029
  • Quartalsverlust von 353 Millionen Euro im Stahlgeschäft

Während das traditionelle Stahlgeschäft von Thyssenkrupp unter massiven Importproblemen leidet, rücken die Unternehmensbeteiligungen in den Vordergrund. Die offizielle Bestätigung eines möglichen Börsengangs der ehemaligen Aufzugstochter TK Elevator verschafft dem Essener Konzern dringend benötigte Perspektiven. Gleichzeitig liefert die Rüstungssparte handfeste Aufträge, die den schwachen Jahresauftakt des Gesamtkonzerns abfedern.

Milliarden-Joker TK Elevator

Der Aufzughersteller TK Elevator hat einen möglichen Börsengang offiziell als strategische Option bestätigt. Dieser formale Schritt ist zwingend erforderlich, um Gespräche mit potenziellen Investoren aufzunehmen. Für Thyssenkrupp ist dies von hoher Relevanz, da der Konzern weiterhin 16,2 Prozent an seinem ehemaligen Aushängeschild hält.

Ein für die zweite Jahreshälfte 2026 angepeiltes Debüt auf dem Parkett könnte TK Elevator mit bis zu 25 Milliarden Euro bewerten. Operativ untermauert das Unternehmen diese Ambitionen mit einem Gewinnsprung: Das bereinigte operative Ergebnis kletterte getrieben vom Servicegeschäft um zwölf Prozent auf den Rekordwert von 1,6 Milliarden Euro. Dem steht allerdings eine erhebliche Schuldenlast von rund 10 Milliarden Euro aus dem Verkauf im Jahr 2020 gegenüber.

Stahlgeschäft bremst, Rüstung liefert

Parallel zu den IPO-Plänen belastet das konjunkturelle Umfeld das Kerngeschäft. Die Furcht vor US-Zöllen und eine drohende Schwemme chinesischer Billigimporte setzen die Margen im Stahlsektor unter Druck. Die Konsequenzen sind operativ bereits spürbar: Ab Juni ruht die Produktion im französischen Werk Isbergues komplett, wovon 600 Beschäftigte betroffen sind. Hohe Restrukturierungskosten in der Stahlsparte drückten das Nettoergebnis im ersten Geschäftsquartal tief in die roten Zahlen. Der Fehlbetrag weitete sich auf 353 Millionen Euro aus, auch wenn sich das bereinigte operative Ergebnis leicht verbesserte.

Einen starken Gegenpol bildet die seit vergangenem Herbst eigenständig börsennotierte Rüstungstochter TKMS, an der die Essener noch 51 Prozent halten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte jüngst 250 Millionen Euro für den Vorvertrag neuer Fregatten. Damit wächst das Auftragsbuch der Marinesparte auf rund 18 Milliarden Euro an und sichert frühzeitig Werftkapazitäten bis ins Jahr 2029.

Der nächste Fixpunkt für Anleger ist der 12. Mai 2026, an dem Thyssenkrupp seinen kommenden Geschäftsbericht vorlegt. Bis dahin richtet sich der Blick auch nach Brüssel: Ein für den 1. Juli anvisiertes Inkrafttreten schärferer EU-Schutzzölle auf Stahlimporte könnte den Preisdruck aus Asien dämpfen und dem defizitären Kerngeschäft eine wirtschaftliche Atempause verschaffen.

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