Thyssenkrupp zieht die Schrauben bei seiner Neuausrichtung spürbar an. Auf der Hauptversammlung ging es weniger um kleine Formalien – sondern um die Frage, wie der Konzern den Weg zur „Finanzholding“ praktisch umsetzt. Und wie teuer der Umbau kurzfristig noch wird.
Hauptversammlung: Dividende und klare Mehrheiten
Die Aktionäre haben auf der ordentlichen Hauptversammlung am Freitag in Bochum alle Beschlussvorlagen mit großer Mehrheit verabschiedet. Auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat bekam grünes Licht. Die Präsenz lag bei 56,69% des stimmberechtigten Kapitals.
Bei der Dividende blieb Thyssenkrupp auf Kontinuität: Für das Geschäftsjahr 2024/2025 wurde eine Ausschüttung von 0,15 Euro je Aktie beschlossen – mit rund 98% Zustimmung. Die Auszahlung soll im Februar 2026 erfolgen.
Ein Blick auf den Markt zeigt: Der Titel hat in den vergangenen Wochen deutlich angezogen. Am Freitag schloss die Aktie bei 11,32 Euro, auf 30-Tage-Sicht +22,12%.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
– Dividende 2024/2025: 0,15 € je Aktie (Auszahlung: Februar 2026)
– Zustimmung zur Dividende: ca. 98%
– HV-Präsenz: 56,69%
– Prognose 2025/2026: Nettoverlust 400–800 Mio. €, Free Cashflow vor M&A -300 bis -600 Mio. €
– Nächster Termin: Q1-Bericht am 12. Februar 2026
ACES 2030: Vom Konzern zur Holding
Im Mittelpunkt stand das Zukunftsmodell „ACES 2030“. CEO Miguel López ordnete die Lage so ein: Auf das „Jahr der Entscheidungen“ folge nun das „Jahr der Umsetzung“. Konkret bedeutet das: Thyssenkrupp will sich von einem integrierten Industrieunternehmen zu einer Finanzholding mit eigenständig agierenden Geschäftsbereichen entwickeln.
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Als Meilenstein nannte López den Börsengang der Marinetochter TKMS, die inzwischen im MDAX gelistet ist. Laut Unternehmen notiert die TKMS-Aktie mittlerweile fast 20% über dem ersten Kurs nach Börseneinführung.
Stahl, Deals und Prognose: Umbau bleibt teuer
Bei Thyssenkrupp Steel Europe setzt der Konzern laut eigenen Angaben auf einen „neuen Pfad“. Grundlage dafür ist der im Dezember 2025 mit der IG Metall abgeschlossene Sanierungstarifvertrag für das Zukunftskonzept am Standort Duisburg.
Parallel laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International über eine mögliche Übernahme der Stahlsparte. Die Verhandlungen mit der EP Group über ein 50/50-Joint-Venture wurden dagegen beendet. Zusätzlich prüft Thyssenkrupp den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Wälzlager-Sparte Rothe Erde und verweist darauf, regelmäßig Angebote zu erhalten und Optionen zu prüfen.
Finanziell macht der Umbau sich weiter bemerkbar: Für 2025/2026 erwartet Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 400 bis 800 Mio. Euro, vor allem wegen Restrukturierungsrückstellungen – insbesondere im Stahlbereich. Gleichzeitig soll das bereinigte EBIT bei 500 bis 900 Mio. Euro liegen; beim Umsatz rechnet der Konzern mit -2% bis +1% gegenüber dem Vorjahr.
Zum Abschluss bestätigte die Hauptversammlung zudem sieben Aufsichtsratsmitglieder für weitere drei Jahre; Siegfried Russwurm wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Der nächste wichtige Fixpunkt steht bereits im Kalender: Am 12. Februar 2026 will Thyssenkrupp den Q1-Bericht vorlegen – dann dürfte sich zeigen, wie schnell aus den angekündigten Umsetzungsplänen belastbare Fortschritte werden.
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