Thyssenkrupp Aktie: Unstete Zeiten!

Thyssenkrupp treibt die Transformation zur Holding voran. Die mögliche Verselbstständigung von Materials Services und der Verkauf von Steel Europe an Jindal prägen die aktuelle Lage und die Quartalszahlen.

Kurz zusammengefasst:
  • Möglicher Börsengang von Materials Services im Herbst 2026
  • Due Diligence für Verkauf der Stahlsparte an Jindal
  • Quartalsverlust durch hohe Restrukturierungskosten
  • Neuer CO₂-armer Stahlliefervertrag mit BMW

Thyssenkrupp zieht die Schrauben bei seiner Transformation zur Beteiligungs- und Finanzholding weiter an. Im Mittelpunkt stehen gleich zwei große Baustellen: die mögliche Verselbstständigung von Materials Services und die laufende Due Diligence für einen potenziellen Verkauf von Steel Europe an Jindal Steel International. Genau diese Doppelbelastung aus Umbau und Verhandlungen prägt derzeit auch die Stimmung rund um die Aktie.

Materials Services: Entscheidungskorridor bis Ende März

Für die Handelssparte Materials Services prüft der Konzern mehrere Wege: Abspaltung, Verkauf oder einen Börsengang. Ein IPO könnte Insidern zufolge bereits im Herbst 2026 über die Bühne gehen. Die Dimension ist dabei alles andere als klein: Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Materials Services 11,4 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter.

Thyssenkrupp

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Spannend ist auch ein möglicher Rechtsformwechsel zur KGaA. Dieses Konstrukt kann bei Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern – ein Detail, das bei größeren Strukturmaßnahmen oft entscheidend ist.

Der nächste Schritt hängt allerdings an einer klaren operativen Bedingung: Bis Ende März soll die Sparte im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance liefern. Gelingt das nicht, dürfte sich der Zeitplan schwerer verkaufen lassen – intern wie am Kapitalmarkt. Die zentrale Frage lautet damit: Schafft Materials Services bis Ende März die operative Trendwende, die das Management als Voraussetzung setzt?

Steel Europe: Jindal-Prüfung, HKM-Verkauf und BMW-Vertrag

Parallel laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Herzstück ist eine umfassende Due Diligence. Der Konzern verweist dabei auf bereits erreichte Etappen: den Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung (Dezember 2025) sowie ein Term Sheet mit Salzgitter (Februar 2026).

Konkret terminiert ist zudem der nächste Schritt rund um HKM: Thyssenkrupp Steel Europe soll die Anteile zum 1. Juni 2026 an Salzgitter verkaufen.

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Operativ setzt die Stahlsparte gleichzeitig ein Ausrufezeichen: Ab 2026 liefert sie CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an die BMW Group für die Serienproduktion des BMW iX3, unter anderem für Außenkarosserie, Innenelemente und Batteriegehäuse. Genannt werden 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband – laut Unternehmen 1,35 Tonnen weniger als bei konventioneller Stahlproduktion (TÜV-Süd-verifiziert).

Zahlen, Stimmung, Kursbild: Restrukturierung bleibt der Bremsklotz

Die jüngsten Quartalszahlen (Q1 2025/26) zeigen ein gemischtes Bild: 7,2 Mrd. Euro Umsatz und 211 Mio. Euro bereinigtes EBIT stehen Restrukturierungskosten von 401 Mio. Euro bei Steel Europe gegenüber. Unterm Strich resultierte ein Nettoverlust von 334 Mio. Euro, die Jahresprognose bestätigte der Konzern.

Der Auftragseingang lag bei 7,7 Mrd. Euro nach 12,5 Mrd. Euro im Vorjahr – der Rückgang wurde mit Großaufträgen bei Marine Systems im Vorjahresquartal erklärt.

Am Markt spiegelt sich das in einer kurzfristig angespannten Lage: Der Schlusskurs lag gestern bei 10,12 Euro, auf 30 Tage steht ein Minus von 9,44%. Gleichzeitig notiert der Kurs nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt (Abstand: 0,54%), was den Eindruck einer Phase der Neuorientierung unterstreicht.

Zum Umbau-Narrativ passt auch der Blick auf Marine Systems: TKMS ist seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert, Thyssenkrupp hält 51%. Ende Dezember 2025 lag der Auftragsbestand bei 18,7 Mrd. Euro.

Am 12. Mai 2026 folgt der nächste Fixpunkt mit dem Halbjahresbericht. Bis dahin dürften zwei Dinge den Ton angeben: ob Materials Services bis Ende März die geforderte bessere Performance liefert – und ob die Jindal-Prüfung bei Steel Europe in Richtung eines verbindlichen Angebots vorankommt, während der HKM-Übergang an Salzgitter zum 1. Juni 2026 vorbereitet wird.

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