Thyssenkrupp Aktie: Zahlen schwach, TK Elevator entscheidend

Thyssenkrupp verfehlt Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich, während die verbliebenen Anteile an der Aufzugstochter TK Elevator einen milliardenschweren Werthebel darstellen.

Redaktion Stock-World ·
Thyssenkrupp Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn fallen deutlich hinter Prognosen zurück
  • Wasserstofftochter Nucera meldet unerwartete Verluste
  • TK Elevator könnte bis zu 25 Milliarden Euro wert sein
  • IPO oder Übernahme durch Kone als Optionen im Raum

Schwache Quartalsergebnisse auf der einen Seite, ein milliardenschwerer Werthebel auf der anderen — Thyssenkrupp liefert ein widersprüchliches Bild. Während das operative Geschäft die Erwartungen klar verfehlt, könnte das Schicksal der ehemaligen Aufzugstochter TK Elevator die Perspektive für Aktionäre grundlegend verändern.

Quartalszahlen verfehlen die Erwartungen deutlich

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 blieb Thyssenkrupp auf ganzer Linie hinter den Prognosen zurück. Der Umsatz lag mit 8,52 Milliarden Euro rund eine Milliarde unter den Analystenerwartungen von 9,42 Milliarden Euro. Statt des erwarteten Gewinns von 0,20 US-Dollar je Aktie wies der Konzern einen Verlust von 0,07 US-Dollar aus.

Das ist kein isolierter Ausrutscher. Bereits im ersten Quartal drückten Restrukturierungskosten bei Steel Europe von 401 Millionen Euro das Ergebnis tief ins Minus — auch wenn das bereinigte operative Ergebnis gleichzeitig um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro stieg. Die Effizienzprogramme zeigen also Wirkung, die Umbaukosten überlagern das aber vorerst.

Zusätzlich belastet die Wasserstofftochter Nucera das Konzernbild. Ungeplante Nachrüstkosten für bereits ausgelieferte Module und ein aufgelöster Pilotanlagenvertrag in den USA zwangen zu einer Gewinnwarnung. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Nucera nun einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Ein neuer Großauftrag für eine 300-Megawatt-Wasserstoffanlage in Andalusien für den spanischen Energiekonzern Moeve kann das kurzfristig nicht kompensieren.

TK Elevator: IPO oder Übernahme durch Kone?

Das eigentliche Kurspotenzial liegt außerhalb des operativen Konzerngeschäfts. An der ehemaligen Kerntochter TK Elevator hält Thyssenkrupp noch 16,2 Prozent. Die Haupteigentümer prüfen einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2026 — mit Goldman Sachs und Deutsche Bank als koordinierenden Banken und einer anvisierten Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Operativ untermauert TK Elevator diese Ambitionen: 9,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 1,4 Milliarden Euro entsprechen einer Marge von 14,8 Prozent. Einem Schuldenberg von rund zehn Milliarden Euro aus dem Verkauf im Jahr 2020 steht damit ein durchaus vorzeigbares Geschäftsmodell gegenüber.

Parallel dazu ist der finnische Wettbewerber Kone als potenzieller Käufer ins Spiel gekommen. Laut Bloomberg-Informationen arbeitet Kone mit Beratern an einem möglichen Bar-und-Aktien-Deal — ebenfalls auf Basis einer Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Eine Fusion würde den weltgrößten Aufzughersteller schaffen, noch vor OTIS und Schindler. Letzterer hat bereits angekündigt, kartellrechtlich dagegen vorzugehen. TK Elevator selbst betonte Ende März, dass noch keine Entscheidung gefallen sei und ein IPO weiterhin als Option offenbleibe.

Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor — der erste konkrete Prüfstein für die finanzielle Belastbarkeit des Konzerns im laufenden Jahr. Zeitgleich rückt die EU-Entscheidung über Schutzzölle auf Stahlimporte zum 1. Juli näher. Greifen diese Maßnahmen wie geplant, würde das dem unter Druck stehenden Stahlgeschäft merkliche Entlastung verschaffen. Wie TK Elevator weitergeht — IPO oder Kone-Deal — bleibt der größte Einzelfaktor für den Aktienkurs.

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Thyssenkrupp Aktie

15,31 EUR

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KGV 33,03
KUV 0,30
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,96 %
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Ø Kursziel 16,38 EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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