Thyssenkrupp: Direktreduktionsanlage startet 2027

Thyssenkrupp beendet Verkaufsgespräche für Stahlsparte und setzt auf eigenständige Sanierung. Aktie legt deutlich zu.

Redaktion Stock-World ·
Thyssenkrupp Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Verkaufsgespräche mit Jindal beendet
  • Eigenständige Sanierung der Stahlsparte
  • Aktie steigt um 43 Prozent
  • Grüner Stahl: Bau in Duisburg

Thyssenkrupp vollzieht einen harten Kurswechsel. Der Industriekonzern beendet die monatelangen Verkaufsgespräche mit Jindal Steel. Stattdessen soll die Stahlsparte aus eigener Kraft saniert und mittelfristig verselbstständigt werden. Die Börse honoriert die neue Klarheit. In den vergangenen 30 Tagen kletterte die Aktie um rund 43 Prozent auf zuletzt 11,12 Euro.

Sanierung statt Verkauf

Das Management begründet den Schritt mit einem besseren europäischen Marktumfeld. Parallel dazu greift das interne Umbauprogramm. Ein zentraler Baustein ist der neue Tarifvertrag mit der IG Metall. Er läuft bis Herbst 2030. Damit ist der Weg für harte Einschnitte frei.

Der Plan sieht eine deutliche Schrumpfkur vor. Das Ziel: Thyssenkrupp senkt die Produktionskapazität auf rund neun Millionen Tonnen. Etwa 11.000 Stellen fallen weg oder werden ausgegliedert. Kritiker sehen in dem gestoppten Verkauf dennoch eine verpasste Chance. Ein kompletter Ausstieg hätte den Konzern von einem stark zyklischen Geschäft befreit. Die Gewerkschaft fordert derweil einen klaren Schlussstrich unter die Jindal-Gespräche.

Milliardenbau in Duisburg

Ein weiteres Großprojekt läuft in Duisburg. Dort baut Thyssenkrupp eine neue Direktreduktionsanlage für grünen Stahl. Die Inbetriebnahme startet 2027. Die Anlage nutzt zwei neuartige Einschmelzer und liefert künftig 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr.

Das spart enorme Mengen an Treibhausgasen. Über 3,5 Millionen Tonnen CO₂ weniger sollen jährlich anfallen. Die EU fördert diesen klimafreundlichen Umbau. Diesen politischen Rückenwind nutzt das Management als Argument für den Alleingang. Operativ sichert sich die Sparte zudem neue Aufträge. Ab 2026 liefert Thyssenkrupp Stahl für das neue BMW-Modell iX3.

Zahlenwerk im Fokus

Der Umbau kostet viel Geld. Das zeigte bereits das erste Quartal. Bei einem Umsatz von 7,2 Milliarden Euro verbuchte Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Allein die Restrukturierung der Stahlsparte verschlang über 400 Millionen Euro.

Am 12. Mai präsentiert CEO Miguel Ángel López die Zahlen für das erste Halbjahr. Der Zwischenbericht wird offenlegen, wie stark die laufenden Sanierungskosten das operative Geschäft weiter belasten.

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Thyssenkrupp Aktie

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ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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