Thyssenkrupp: Materials Services im Herbst an die Börse
Thyssenkrupp treibt Börsengänge von TK Elevator und Materials Services voran, während die Stahltochter die Produktion stoppt.

Kurz zusammengefasst
- IPO von TK Elevator für 2026 geplant
- Materials Services vor möglicher Abspaltung
- Stahlproduktion in Frankreich pausiert
- Aktie fällt seit Jahresbeginn um neun Prozent
Thyssenkrupp hüllt sich derzeit in Schweigen. Seit dem 22. April gilt vor den anstehenden Halbjahreszahlen eine strenge Kommunikationssperre. Hinter den Kulissen arbeitet der Essener Industriekonzern derweil an massiven strukturellen Veränderungen. Gleich zwei große Sparten könnten bald den Weg an die Börse finden.
Milliarden-Exits im Visier
Die ehemalige Aufzugstochter TK Elevator rückt wieder in den Fokus. Die Haupteigentümer prüfen für die zweite Jahreshälfte 2026 einen Börsengang, der das Unternehmen mit bis zu 25 Milliarden Euro bewerten könnte. Thyssenkrupp hält noch 16,2 Prozent der Anteile. Insidern zufolge bringt sich parallel dazu der Wettbewerber Kone für einen direkten Aufkauf in Stellung. Ein solcher Exit würde dem Konzern dringend benötigtes Kapital für den Schuldenabbau liefern.
Im gleichen Schritt verdichten sich die Umbaupläne für die Handelssparte Materials Services. Das Management evaluiert für das Geschäft eine Abspaltung, einen Verkauf oder ein eigenes IPO. Ein Börsendebüt wäre bereits im kommenden Herbst denkbar. Finanzchef Axel Hamann trimmt die Sparte derweil auf Effizienz und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz zur Optimierung der weltweiten Lieferketten.
Asiatischer Importdruck zwingt zu Pausen
Während die Umbauphantasien reifen, leidet das operative Kerngeschäft. Die Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt am französischen Standort Isbergues von Juni bis September 2026 die komplette Produktion. Billiger Elektrostahl aus Asien flutet den europäischen Markt und deckt inzwischen mehr als die Hälfte des EU-Volumens ab. Die hiesigen Produktionskosten können da nicht mehr mithalten.
Entlastung verspricht ein Vorstoß aus Brüssel. Das EU-Parlament hat jüngst gebilligt, die Importquoten drastisch zu reduzieren und die Schutzzölle auf 50 Prozent zu verdoppeln. Laufen die aktuellen Verhandlungen nach Plan, treten die neuen Regeln am 1. Juli in Kraft. Das würde der angeschlagenen Stahlsparte spürbaren Spielraum verschaffen.
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Fristablauf bei der Marinesparte
Operative Fristen drängen derweil bei Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Bis zum 29. April muss die seit vergangenem Jahr teilbörsennotierte Rüstungstochter ihr Angebot für bis zu zwölf kanadische U-Boote einreichen. Flankierend plant Brasilien die Bestellung vier weiterer Fregatten, was die Eigenständigkeit der Sparte weiter untermauert.
Am Aktienmarkt spiegelt sich die komplexe Gemengelage in einem schwachen Trend wider. Das Papier schloss am Freitag bei 8,82 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf rund neun Prozent. Barclays-Analyst Tom Zhang senkte sein Kursziel zuletzt auf 9,00 Euro. Er bekräftigte seine Untergewichten-Einstufung und verwies auf geopolitische Risiken sowie die schleppende Erholung der europäischen Stahlmargen.
Der nächste harte Fakten-Check folgt im Mai. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts muss das Management belegen, ob die Restrukturierung des Stahlgeschäfts und die geplanten Abspaltungen im Zeitplan liegen.
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