Thyssenkrupp Uhde: BFI-Auftrag für Ammoniak-Export

Thyssenkrupp verbucht tiefrote Zahlen durch Stahl-Restrukturierung, während die Anlagenbautochter einen bedeutenden Ammoniak-Auftrag erhält.

Redaktion Stock-World ·
Thyssenkrupp Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nettoverlust von 334 Millionen Euro
  • Großauftrag für Ammoniak-Exportanlagen
  • Gewinnwarnung bei Wasserstoff-Tochter Nucera
  • HKM-Verkauf an Salzgitter geplant

Zukunftsweisende Großaufträge auf der einen Seite, tiefe rote Zahlen auf der anderen. Bei Thyssenkrupp klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Der Konzern treibt seine grüne Transformation voran. Die Altlasten des Stahlgeschäfts bremsen den Fortschritt jedoch massiv aus.

Ammoniak als Hoffnungsträger

Ein Lichtblick kommt aus dem Anlagenbau. Die Tochtergesellschaft Thyssenkrupp Uhde hat einen wichtigen Auftrag an Land gezogen. Das Unternehmen baut für Brunei Fertilizer Industries die Exportkapazitäten für Ammoniak aus. Geplant sind ein neuer Kühltank und eine moderne Schiffsverladung. Das Ziel: großvolumige Exporte in globale Märkte. Ammoniak wird als Transportmedium für grünen Wasserstoff immer wichtiger.

Parallel dazu kämpft die Wasserstoff-Sparte mit Rückschlägen. Thyssenkrupp Nucera musste im März eine Gewinnwarnung ausgeben. Ein US-Kunde hatte einen Vertrag für eine Pilotanlage storniert. Dazu kamen hohe Kosten im Bereich grüner Wasserstoff. Ein neuer Elektrolyseur-Auftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve hellt die Stimmung für das laufende Geschäftsjahr etwas auf.

Teurer Konzernumbau belastet

Der radikale Konzernumbau kostet viel Geld. Im ersten Geschäftsquartal verbuchte Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Hauptgrund dafür sind teure Restrukturierungen im Stahlgeschäft. Der Umsatz sank marktbedingt auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich hingegen auf 211 Millionen Euro.

Um sich von Altlasten zu befreien, plant das Management einen weiteren Schritt. Der Verkauf der Anteile am Stahl-Joint-Venture HKM an die Salzgitter AG soll im Juni wirksam werden. Die britische Bank Barclays rät indes weiterhin zur Untergewichtung der Papiere.

Am Aktienmarkt überwiegt derweil die Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei 8,79 Euro und verlor seit Jahresbeginn rund neun Prozent an Wert. Mit einem RSI von knapp 31 gilt das Papier technisch als fast überverkauft.

Die kommenden Monate verlangen dem Management viel ab. Thyssenkrupp muss die teure Stahl-Restrukturierung abschließen und die neuen Großaufträge im Anlagenbau profitabel abwickeln. Gelingt der geplante HKM-Verkauf im Juni, wäre zumindest ein wichtiger Meilenstein der Neuausrichtung erreicht.

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Thyssenkrupp Aktie

15,01 EUR

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Sektor Industrieunternehmen
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