Thyssenkrupp: Verhandlungen mit Jindal auf Eis

Thyssenkrupp beendet Verhandlungen über Stahlverkauf an Jindal. EU-Schutzmaßnahmen und ungeklärte Milliardenrisiken führen zur Kehrtwende.

Dieter Jaworski ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Verhandlungen mit Jindal gescheitert
  • EU plant stärkeren Stahlschutz
  • Pensionslasten von 2,4 Milliarden Euro
  • Aktie legt auf Monatssicht zu

Seit September verhandelte Thyssenkrupp mit dem indischen Konkurrenten Jindal über den Verkauf seiner traditionsreichen Stahlsparte. Jetzt zieht der Essener Industriekonzern die Reißleine. Verbesserte Marktbedingungen in Europa und ungelöste Milliardenrisiken zwingen CEO Miguel Lopez zu einer strategischen Kehrtwende.

Differenzen bei Pensionslasten und Investitionen

Die Entscheidung zur Aussetzung der Gespräche fiel einvernehmlich. Als Hauptgrund nennt das Management veränderte Rahmenbedingungen. Brüssel signalisiert einen stärkeren Schutz europäischer Stahlproduzenten vor asiatischen Dumping-Importen. Diese EU-Maßnahmen verschaffen der Branche eine dringend benötigte Atempause. Marktbeobachter werten bereits das erste Quartal 2026 als möglichen Wendepunkt für die kontinentalen Stahlpreise.

Hinter den Kulissen scheiterte der Deal an handfesten Differenzen. Im Zentrum standen Pensionsverpflichtungen von 2,4 Milliarden Euro, die an Thyssenkrupp Steel Europe gebunden sind. Auch bei künftigen Investitionen und den hohen Energiekosten kamen die Parteien auf keinen gemeinsamen Nenner.

Sanierung in Eigenregie

Der Konzern will das Segment nun aus eigener Kraft sanieren. Mittelfristig hält das Management an einer Verselbstständigung fest. Thyssenkrupp plant, sich weiter vom Stahlgeschäft zu trennen, behält aber eine eventuelle Minderheitsbeteiligung im Blick.

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Am Aktienmarkt überwiegt der Optimismus. Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Freitag bei 10,20 Euro und verzeichnete auf Monatssicht ein Plus von knapp 28 Prozent. Analysten sehen im Durchschnitt ein Kursziel von 12,10 Euro.

Fokus auf den Halbjahresbericht

Der Blick richtet sich nun auf Mitte Mai. Dann präsentiert Finanzvorstand Axel Hamann den Halbjahresbericht. Operativ liefert die Marinesparte TKMS derzeit die positiven Impulse. Das Segment meldet einen Umsatz von 545 Millionen Euro und einen Rekordauftragsbestand von über 20 Milliarden Euro.

Auf Konzernebene dämpfen erwartete Sonderlasten von rund 800 Millionen Euro die Erwartungen. Der anstehende Zwischenbericht muss belegen, ob die operative Entwicklung der Stahlsparte eine Sanierung in Eigenregie tatsächlich trägt.

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Thyssenkrupp Aktie

10,20 EUR

+ 0,66 EUR +6,89 %
KGV 38,79
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,56 %
Marktkapitalisierung 6,28 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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