Thyssenkrupp: Vier Fregatten für Brasilien

Brasilien plant den Kauf von vier weiteren Fregatten bei Thyssenkrupp. Der Auftrag stärkt die Verselbstständigungspläne der Marinesparte.

Eduard Altmann ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Absichtserklärung für vier zusätzliche Fregatten
  • TKMS profitiert von Rekordauftragsbestand
  • Eigenständigkeit der Marinesparte rückt näher
  • Aktie unter 50-Tage-Durchschnitt notiert

Brasilien will mehr. Vier zusätzliche Fregatten der Tamandaré-Klasse sollen bei Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) bestellt werden — das geht aus einer Absichtserklärung hervor, die Thyssenkrupp, Embraer und das brasilianische Verteidigungsministerium am 27. April unterzeichnet haben.

Neuer Auftrag, altes Programm

Die Unterzeichnung fiel bewusst mit einem Symbolakt zusammen. Am 24. April stellte die brasilianische Marine in Rio de Janeiro die erste Fregatte der Tamandaré-Klasse in Dienst. Das Programm läuft seit 2017. Mit der Absichtserklärung signalisiert Brasilien nun, dass es die Kooperation mit dem deutschen Schiffbauer deutlich ausweiten will.

Für TKMS kommt das zur richtigen Zeit. Die Marinesparte fährt nach eigenen Angaben einen Rekordauftragsbestand ein. Langfristige Partnerschaften — neben Brasilien auch mit Singapur — stärken die Position im globalen Markt für maritime Verteidigung.

Verselbstständigung als Ziel

Der Erfolg in Brasilien hat für Thyssenkrupp eine zweite Bedeutung. Der Konzern treibt die Eigenständigkeit von TKMS aktiv voran — ob als Verkauf oder Börsengang. Eine volle Auftragspipeline verbessert die Ausgangslage für beides.

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Indes bleibt der Rest des Konzerns unter Druck. Die Stahlsparte steckt mitten in einer Restrukturierung. Konzernchef Miguel López betonte zuletzt, man werde das Stahlgeschäft trotz schwierigem Marktumfeld nicht unter Wert abgeben. Sanierungstarifverträge und EU-Schutzzölle hätten die Bewertung zuletzt stabilisiert.

Aktie mit Luft nach oben — aber auch nach unten

Die Aktie notiert bei rund 8,94 Euro und damit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,02 Euro. Seit Ende März hat das Papier rund 25 Prozent zugelegt — ausgehend vom 52-Wochen-Tief bei 7,15 Euro. Vom Jahreshoch bei 13,24 Euro trennen die Aktie noch immer mehr als 30 Prozent.

Barclays bleibt skeptisch. Die Bank senkte Ende April das Kursziel auf 9,00 Euro und behält die Einstufung „Underweight“ bei. Das Kalkül der Analysten: Operative Erfolge bei TKMS allein reichen nicht, solange die Desinvestitionen in Marine und Stahl nicht abgeschlossen sind. Erst dann lässt sich der tatsächliche Wert der Sparten ablesen.

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Thyssenkrupp Aktie

8,94 EUR

+ 0,12 EUR +1,34 %
KGV 33,92
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,67 %
Marktkapitalisierung 5,49 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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