Tilray Aktie: DEA-Anhörung am Montag
Tilray startet Cannabis-Programm für britische Veteranen. Die US-Regulierungswoche und starke internationale Erlöse stützen die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Neues Programm für britische Militärveteranen
- Entscheidende US-Regulierungswoche beginnt
- Internationale Erlöse steigen um 70 Prozent
- Getränkeportfolio als zweites Standbein
Der kanadische Cannabis-Konzern Tilray Brands notiert am Freitag mit 6,50 CAD — ein Plus von 2,52 Prozent. Der moderate Erholungsversuch kommt zu einem strategischen Zeitpunkt: Während Tilray in Europa seinen medizinischen Fußabdruck vergrößert, richtet sich der Blick der Branche auf eine entscheidende Regulierungswoche in den USA.
Neue Offensive in Großbritannien
Tilray Medical, die Medizinalcannabis-Sparte des Konzerns, hat am Freitag ein Programm für britische Militärveteranen gestartet. Über die Tochtergesellschaft Lyphe Clinic informierte das Unternehmen auf dem Armed Forces Weekend in Aldershot über Behandlungsmöglichkeiten mit medizinischem Cannabis.
Der Schritt ist konsequent. Tilray hatte Lyphe Group vor einiger Zeit übernommen und damit klinische Dienstleistungen direkt in das europäische Vertriebsnetz eingebunden. Management-Vertreter bezeichneten den britischen Markt als zentrale Säule der Europa-Strategie. Die Tochter betreibt dort bereits eine der größten medizinischen Vertriebsplattformen.
Entscheidende Woche für US-Regulierung
Der wichtigste Kurstreiber für die gesamte Cannabis-Branche steht jedoch bevor. Am kommenden Montag beginnt die Verwaltungsanhörung der US-Drogenbehörde DEA. Zur Debatte steht die Neuklassifizierung von Cannabis von Anhang I in Anhang III des Betäubungsmittelgesetzes.
Ein Erfolg wäre weitreichend. Eine Herabstufung würde die Steuerlast für Cannabis-Unternehmen massiv senken und den Zugang zu Finanzierungen erleichtern. Auch Tilray, das sich zuletzt stark in Richtung Craft Beer und Wellness diversifiziert hat, würde davon profitieren. Analysten bezeichnen die Entscheidung als potenziell transformativ für das Kerngeschäft.
Internationales Wachstum als Stabilisator
Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 15 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 34 — technisch gesehen ein Hinweis auf überverkaufte Niveaus. Die operativen Zahlen zeigen jedoch Stärke im internationalen Geschäft. Im letzten Quartal stiegen die Erlöse im Ausland um mehr als 70 Prozent auf rund 24,1 Millionen Dollar.
Parallel dazu setzt Tilray auf sein Getränkeportfolio. Die US-Biermarken SweetWater, Montauk und Blue Point verzeichnen wachsende Nachfrage auf internationalen Märkten. Am Wochenende feiert Montauk Brewing sein 14-jähriges Bestehen — mit einem limitierten „Jalapeño Watermelon Ale“. Die Strategie dahinter: Lifestyle-Marken schaffen Kundenbindung und verringern die Abhängigkeit vom volatilen Cannabis-Regulierungsgeschäft.
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