Tilray Aktie: Volatilität bleibt

Die Tilray-Aktie zeigt starke Kursschwankungen nach einem Quartalsbericht mit Rekordumsatz, aber hohem Verlust. Analystenmeinungen sind gespalten zwischen neuer Kaufempfehlung und Skepsis.

Kurz zusammengefasst:
  • Starker Kursrückgang unter technische Marken
  • Neue Analysten-Kaufempfehlung mit hohem Kursziel
  • Quartalszahlen mit Rekordumsatz und hohem Verlust
  • Expansion in Europa mit regulatorischen Hürden

Die Tilray-Aktie schwankt derzeit kräftig zwischen technischem Druck und neuen Hoffnungszeichen. Nach einem deutlichen Rücksetzer im gestrigen Handel sorgt heute eine frische Kaufempfehlung für einen Kontrapunkt zur zuletzt klar negativen Stimmung. Wie passt das zusammen?

Deutlicher Rückgang bei erhöhtem Volumen

Am Mittwoch geriet der Titel spürbar unter Druck. Die Aktie von Tilray Brands verlor 6,8 % und schloss bei 7,85 US‑Dollar, im Tagesverlauf lag das Tief bei 7,82 US‑Dollar. Damit markierte der Wert ein neues Tief in der aktuellen Abwärtsbewegung.

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Auffällig war das hohe Handelsvolumen. Rund 6,56 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, etwa 11 % mehr als im Durchschnitt. Dieser verstärkte Verkaufsdruck drückte den Kurs unter mehrere wichtige technische Marken. Der Kurs notiert inzwischen klar unter den gleitenden Durchschnitten der letzten 20 Tage (9,18 US‑Dollar) und 200 Tage (8,95 US‑Dollar. Aus technischer Sicht signalisiert das eine angeschlagene Ausgangslage.

Neue Kaufempfehlung trotz Skepsis

Kontrapunkt zur schwachen Charttechnik ist eine heute veröffentlichte positive Analysteneinschätzung. „The Roaring Lion“ hat die Beobachtung von Tilray neu aufgenommen und die Aktie mit „Buy“ eingestuft. Das Kursziel liegt in einer Spanne zwischen 14,00 und 20,00 US‑Dollar.

Daraus ergibt sich aus aktueller Sicht ein deutliches theoretisches Aufwärtspotenzial. Die optimistische Einschätzung stützt sich im Kern auf drei Treiber:

  • Regulatorische Reform: Erwartete Neubewertung von Cannabis in den USA von Schedule I auf Schedule III, was die Belastung durch die Steuerregel 280E deutlich verringern könnte.
  • Diversifikation: Ausbau des Geschäfts mit Getränken und in internationalen Medizinalmärkten, wodurch die Abhängigkeit vom reinen Cannabisgeschäft sinkt.
  • Bewertung: Befürworter sehen die Aktie angesichts einer Netto-Cash-Position und verbesserter Kennzahlen als unterbewertet.

Dem steht allerdings eine eher zurückhaltende Gesamtmeinung gegenüber. Aktuelle Marktdaten deuten auf eine Konsensbewertung „Reduce“ hin. Zacks Research hatte den Titel bereits am 13. Januar auf „Strong Sell“ herabgestuft. Die Einschätzungen bleiben damit deutlich gespalten.

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Zahlen: Rekordumsatz, hoher Verlust

Die jüngste Kursvolatilität steht im direkten Zusammenhang mit dem Q2-Geschäftsbericht für das Fiskaljahr 2026, der am 8. Januar veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild:

  • Umsatzrekord: Nettoerlöse von rund 217,5 Mio. US‑Dollar, über den Markterwartungen von 211,15 Mio. US‑Dollar.
  • Ergebnisenttäuschung: Ein Ergebnis je Aktie von –0,41 US‑Dollar, deutlich schlechter als der erwartete Verlust von –0,14 US‑Dollar.
  • Liquidität: Erreichen einer Netto-Cash-Position von 27,4 Mio. US‑Dollar, was die Bilanz stärkt.

Der Rekordumsatz unterstreicht operativen Fortschritt, insbesondere in internationalen Märkten mit einem Wachstum von 36 %. Gleichzeitig hat der deutlich höhere Verlust die zuletzt dominierende negative Kursreaktion befeuert. Umsatzdynamik und Ertragslage laufen damit weiterhin auseinander.

Expansion in Europa mit Gegenwind

Parallel zu den US-Regulierungsfantasien treibt Tilray seine Präsenz in Europa voran. In Italien wurde im Januar die neue Tochtergesellschaft Tilray Medical Italia offiziell gestartet. Von Savona aus soll ein breiteres Portfolio an medizinischen Cannabisprodukten vertrieben werden.

In Deutschland zeichnen sich dagegen mögliche Hürden ab. Vorgeschlagene strengere Regeln für Verschreibungen von Medizinalcannabis sehen unter anderem ein Verbot von Fernverschreibungen und verpflichtende Arztbesuche vor Ort vor. Solche Vorgaben könnten die Telemedizin-Kanäle belasten, die zuletzt zusätzliche Nachfrage ermöglicht haben.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, wie sich die Kombination aus US-Regulierungsfortschritten, europäischer Expansion und der Verbesserung der Profitabilität gegenüber dem aktuell schwachen Chartbild durchsetzen kann.

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