Tilray hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 operative Fortschritte gezeigt, gleichzeitig bleibt die Aktie unter dem Einfluss verhaltener Analystenstimmen. Rekordumsatz, eine Netto-Cash-Position und sinkende Verluste treffen auf ein Kursziel, das den kurzfristigen Spielraum nach oben einbremst.
Rekordumsatz und Netto-Cash-Position
Im zweiten Quartal erzielte Tilray einen Rekord-Nettoumsatz von 217,5 Mio. US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber war das internationale Geschäft: Die Cannabis-Umsätze außerhalb Nordamerikas legten um 36 % zu und stützen damit die laufende Expansion in Auslandsmärkte.
Finanziell hat sich die Bilanzstruktur spürbar verbessert. Das Unternehmen verfügt über rund 292 Mio. US-Dollar an liquiden Mitteln und marktgängigen Wertpapieren und weist nun eine Netto-Cash-Position von etwa 27,4 Mio. US-Dollar aus. Damit verringert sich der Druck auf die Finanzierung, und die kurzfristige Liquidität ist deutlich besser abgesichert.
Auch ergebnisseitig zeigt sich eine Entspannung: Der Nettoverlust verringerte sich im Jahresvergleich deutlich auf 43,5 Mio. US-Dollar nach einem Minus von 85,3 Mio. US-Dollar im Vorjahr.
Zentrale Q2-Kennzahlen im Überblick:
- Nettoumsatz: 217,5 Mio. US-Dollar (Rekordwert)
- Nettoverlust: 43,5 Mio. US-Dollar (deutlich reduziert)
- Liquidität: ca. 292 Mio. US-Dollar
- Internationaler Cannabis-Umsatz: +36 %
Diese Kombination aus Wachstum, höherer Liquiditätsreserve und geringeren Verlusten bildet das Fundament der aktuellen Investmentstory.
Analystenbremse nach Kurszielsenkung
Trotz der soliden operativen Entwicklung geriet die Aktie am Freitag unter Druck. Die Investmentfirma Alliance Global senkte ihr Kursziel von 20 auf 10 US-Dollar und bestätigte zugleich das Rating „Neutral“. Begründet wurde der Schritt mit eingeschränkter Sichtbarkeit auf die langfristige Umsatz- und Cashflow-Entwicklung.
Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen hatte der Markt zunächst positiv reagiert: Im vorbörslichen Handel stieg die Aktie zeitweise um mehr als 10 %. Mit den Kommentaren der Analysten bröckelten diese Gewinne jedoch im Tagesverlauf wieder ab.
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Das neue Kursziel von 10 US-Dollar liegt nur knapp über dem Schlusskurs von 9,13 US-Dollar, den die Aktie gestern markierte. Damit signalisiert Alliance Global aus heutiger Sicht nur begrenztes Potenzial nach oben, solange keine zusätzlichen positiven Impulse – etwa klarere Fortschritte auf dem Weg zur Profitabilität – erkennbar werden.
Volatile Aktie, geteilte Stimmung
Die Aktie bewegt sich aktuell in einer volatilen Spanne, auch vor dem Hintergrund eines kürzlich durchgeführten Reverse Stock Splits. Die neue Netto-Cash-Position reduziert zwar kurzfristige Solvenzrisiken, für den Markt ist aber vor allem der Pfad zu nachhaltig positiven Ergebnissen entscheidend.
Das Management bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr und rechnet weiterhin mit einem bereinigten EBITDA von 62 bis 72 Mio. US-Dollar. Das unterstreicht den Anspruch, die operative Profitabilität schrittweise zu verbessern.
Die Marktstimmung bleibt jedoch gespalten:
- Das kräftige Wachstum im internationalen medizinischen Cannabisgeschäft wirkt unterstützend.
- Gleichzeitig begrenzen anhaltende Nettoverluste und vorsichtige Analysteneinschätzungen die Zuversicht vieler Anleger.
Im Fokus steht dabei, ob das Plus von 36 % im internationalen Bereich in den kommenden Quartalen ausreicht, um schwächere Segmente zu kompensieren und die Ergebnisbasis weiter zu stabilisieren.
Wochenausklang und Ausblick
Zum Ende der Handelswoche verteidigte die Tilray-Aktie die Marke von 9,00 US-Dollar und ging bei 9,13 US-Dollar aus dem Handel. Der Rekordumsatz und die klar verbesserte Liquiditätslage wirken stützend, die deutliche Reaktion auf die Kurszielsenkung von Alliance Global zeigt jedoch die Sensibilität des Marktes für jede Neubewertung der Ertragsaussichten.
In der neuen Woche dürfte sich der Blick vor allem darauf richten, ob der Titel oberhalb von 9,00 US-Dollar eine stabile Basis ausbilden kann und Tilray die angekündigte EBITDA-Spanne von 62 bis 72 Mio. US-Dollar mit weiteren operativen Fortschritten untermauert.
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