Tilray Brands Aktie: Überraschend stark

Der Cannabis-Konzern Tilray meldet Rekorderlöse und hat seinen Nettoverlust fast halbiert. Das starke internationale Geschäft gleicht die Schwäche im Getränkesegment aus.

Redaktion Stock-World ·
Tilray Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordumsatz von 217,5 Millionen Dollar
  • Deutlich verbesserte Netto-Cash-Position
  • Internationales Cannabisgeschäft wächst um 36 Prozent
  • Getränkesparte verzeichnet Umsatzeinbruch

Der Cannabis-Konzern überraschte mit Rekordumsätzen und einer deutlich verbesserten Bilanz für das zweite Quartal. Während das US-Geschäft noch auf regulatorische Signale wartet, boomt vor allem der internationale Markt. Doch reicht das starke Europageschäft aus, um die anhaltende Schwäche in der Getränkesparte dauerhaft auszugleichen?

Solide Zahlen und Bilanzverbesserung

Tilray meldete für das am 8. Januar veröffentlichte Quartal einen Rekordumsatz von 217,5 Millionen Dollar und übertraf damit die Markterwartungen. Besonders signifikant ist die finanzielle Stabilisierung: Der Nettoverlust wurde im Jahresvergleich fast halbiert. Zudem gelang dem Management ein wichtiger Meilenstein in der Bilanzstruktur. Mit liquiden Mitteln von über 291 Millionen Dollar weist das Unternehmen nun eine Netto-Cash-Position von 27,4 Millionen Dollar aus – eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Verschuldungssituation.

Das bereinigte EBITDA lag bei 8,4 Millionen Dollar, wobei die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt wurde.

Deutschland als Wachstumsmotor

Ein genauer Blick in die Segmente offenbart eine klare Zweiteilung des Geschäfts. Haupttreiber war das internationale Cannabisgeschäft, das um 36 Prozent zulegte. Hier profitierte Tilray massiv vom wachsenden Markt für medizinisches Cannabis in Deutschland sowie neuen Importgenehmigungen. Auch die Pharmasparte (Tilray Pharma) glänzte mit einem Umsatzplus von 26 Prozent, getrieben durch Portfolio-Optimierungen und eine starke Nachfrage nach Medizinprodukten.

Das Alkoholsegment hingegen bremste die Entwicklung. Der Umsatz mit Getränken brach um 21 Prozent ein, was das Management auf die allgemeine Marktschwäche bei Craft-Bieren zurückführt. Das Segment „Wellness“ stagnierte.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der operativen Fortschritte und einem Kursanstieg von über 40 Prozent in den letzten sechs Monaten überwiegt bei den Experten noch die Zurückhaltung. Der Analystenkonsens lautet weiterhin mehrheitlich „Hold“. Allerdings deutet das durchschnittliche Kursziel von 20 Dollar auf ein erhebliches theoretisches Aufwärtspotenzial hin. ATB Capital Markets reagierte bereits auf die verbesserte Operation und stufte die Aktie von „Strong Sell“ auf „Hold“ hoch.

Positiv wird die Bewertung hervorgehoben: Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,17 für die kommenden zwölf Monate handelt die Aktie deutlich günstiger als der Branchendurchschnitt von 3,07.

Ausblick

Für die weitere Entwicklung bleiben zwei Faktoren entscheidend: Die konsequente Umsetzung des Sparprogramms „Project 420“, das bis zum vierten Quartal jährliche Einsparungen von 33 Millionen Dollar realisieren soll, sowie die regulatorische Entwicklung in den USA. CEO Irwin Simon positioniert das Unternehmen weiterhin für eine mögliche Neuklassifizierung von Cannabis auf US-Bundesebene. Die nächsten Quartalszahlen werden für April 2026 erwartet.

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Tilray Brands Aktie

4,64 CAD

– 0,39 CAD -7,75 %
KGV —
KUV 0,82
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 530,54 Mio. USD
Ø Kursziel 7,84 USD
ISIN: US88688T1007 WKN: A2JQSC

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