TKMS Aktie: 14. Juli Roadshow in Singapur

TKMS verzeichnet Rekordaufträge, doch die Aktie leidet unter Margen- und Kapazitätssorgen. Das Management will Investoren in Singapur beruhigen.

Dr. Robert Sasse ·
TKMS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordauftragsbestand von fast 38 Milliarden Euro
  • Kanada-Auftrag als Treiber des Booms
  • Roadshow in Singapur soll Zweifel ausräumen
  • Aktie erholt sich nach jüngstem Kursrutsch

TKMS sammelt derzeit Milliardenaufträge ein wie kaum ein anderer Rüstungskonzern in Europa. Trotzdem fiel die Aktie zuletzt kräftig. Diesen Widerspruch will das Management jetzt in Singapur auflösen.

Am Dienstag steht die Aktie bei 80,60 Euro. Das ist ein Plus von 1,64 Prozent. Der Wert liegt damit klar über dem Tief der vergangenen Woche, aber noch unter dem Niveau vor der jüngsten Talfahrt.

Roadshow soll Zweifel ausräumen

Am 14. Juli 2026 startet TKMS eine zweitägige Investoren-Roadshow in Singapur. Institutionelle Investoren wollen dort vor allem zwei Dinge wissen. Erstens: Wie sich die Werftkapazitäten in Kiel und Wismar für die neuen Großprojekte ausbauen lassen. Zweitens: Wie sich der Konzern gegen Kostensteigerungen bei den langlaufenden Verträgen absichert.

Ein Analysehaus brachte die Sorge dahinter zuletzt auf den Punkt. Anleger fragen sich, wie viel Gewinn tatsächlich in den gewaltigen Auftragsvolumina steckt.

Kanada-Auftrag treibt Rekordbestand

Der kanadische U-Boot-Auftrag löste die aktuelle Nervosität aus. Die kanadische Regierung wählte TKMS als bevorzugten Lieferanten für die nächste U-Boot-Flotte der Royal Canadian Navy. Ottawa bezeichnet dies als die größte Verteidigungsbeschaffung in der Geschichte Kanadas.

Kanada und TKMS verhandeln nun die Vertragsdetails. Die Unterzeichnung soll spätestens Ende 2027 erfolgen. Die ersten vier U-Boote sollen bereits 2034 ausgeliefert werden.

Genau diese langen Vorlaufzeiten beschäftigen die Investoren in Singapur. Ein großer Teil des Auftragsvolumens entfällt auf Wartung über Jahrzehnte. TKMS muss dabei rund 70 Prozent der Leistungen direkt in Kanada erbringen. Der Konzern baut dafür eigene Instandhaltungsstrukturen auf und kooperiert mit lokalen Zulieferern und Forschungseinrichtungen.

Auch national legte TKMS zuletzt kräftig zu. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab den Bau von vier U-Boot-Jagd-Fregatten des Typs F128 frei. Das Volumen liegt bei 6,3 Milliarden Euro, mit Option auf vier weitere Schiffe.

Zusammen mit dem Kanada-Auftrag wächst der Gesamtauftragsbestand von TKMS auf fast 38 Milliarden Euro. Die kompaktere F128 ersetzt die gescheiterte F126. Das Verteidigungsministerium hatte deren Bau wegen explodierender Kosten und Verzögerungen gestoppt.

Der Auftragsboom hat auch personelle Folgen für die Werften in Norddeutschland. Für Kiel und Wismar bedeutet der Kanada-Auftrag einen echten Wendepunkt. Experten rechnen mit bis zu 1.500 neuen Arbeitsplätzen in der Region. Die Kapazitäten wären damit bis weit in die 2040er Jahre ausgelastet.

Kursverlauf bleibt volatil

Die vergangenen Handelstage waren für Anleger nervenaufreibend. Binnen sieben Handelstagen verlor die Aktie 14,26 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 11,02 Prozent.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie sogar 16,39 Prozent im Plus. Mit aktuell 80,60 Euro notiert der Titel oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 78,49 Euro. Analysten werten den jüngsten Rückgang als technische Reaktion auf bereits eingepreiste gute Nachrichten. Sie sprechen von einem klassischen „Sell the News“-Effekt.

Der Ausgang der Roadshow dürfte die kurzfristige Kursrichtung bestimmen. Kann das Management die Sorgen zu Kapazitäten und Margen ausräumen, wäre das eine Basis für eine nachhaltigere Erholung. Der nächste Test folgt mit der kommenden Quartalsmitteilung: Sie muss belegen, wie stark die operative Marge unter dem aktuellen Auftragsboom tatsächlich leidet.

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