TKMS Aktie: 20,6 Milliarden Auftragsbestand, aber minus 72 Mio. Cashflow
TKMS wirbt auf US-Roadshow um Investoren, trotz Rekordaufträgen und schwachem Aktienkurs. Der freie Cashflow bleibt eine Herausforderung.

Kurz zusammengefasst
- Roadshow in New York und Boston
- Aktie fällt unter 50-Tage-Linie
- Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro
- Freier Cashflow rutscht ins Minus
Rekordaufträge im Buch, aber der Aktienkurs schwächelt. TKMS sprach in den vergangenen Tagen aktiv mit US-Investoren. Das Management warb auf einer zweitägigen Roadshow in New York und Boston um Vertrauen. Die Ausgangslage ist anspruchsvoll.
Kapitalmarkt im Fokus
Der Schlusskurs fiel am Mittwoch auf 72,00 Euro. Damit verlor das Papier auf Wochensicht 6,49 Prozent. Die Aktie notiert aktuell tief unter der 50-Tage-Linie.
In diesem Umfeld werben die Führungskräfte um neues Kapital. Die Gespräche am 9. und 10. Juni fanden hinter verschlossenen Türen statt. Offizielle Stellungnahmen zu den Inhalten gab das Unternehmen nicht ab. Klar ist: Institutionelle Anleger fordern Antworten zur Profitabilität.
Volle Auftragsbücher, schwacher Cashflow
Die operativen Zahlen aus dem ersten Halbjahr zeichnen ein solides Bild. TKMS steigerte den Umsatz um zehn Prozent auf 1,168 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs auf 60 Millionen Euro.
Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Das sichert die Produktion, bindet aber auch Ressourcen. Die Marine- und Verteidigungsindustrie kämpft oft mit langen Projektlaufzeiten.
Aktuell sitzt das Unternehmen auf Bestellungen im Wert von 20,6 Milliarden Euro. Allein im ersten Halbjahr sammelte der Konzern neue Aufträge für 3,4 Milliarden Euro ein. Dazu zählen unter anderem zwei norwegische U-Boote samt Torpedos.
Ein Schwachpunkt bleibt der freie Cashflow. Dieser rutschte im Berichtszeitraum auf minus 72 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatten hohe Kundenvorauszahlungen diese Kennzahl noch gestützt.
Prognose und kommende Termine
Der Vorstand hält an seinen Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Der Umsatz soll um bis zu fünf Prozent wachsen. Die operative Marge plant TKMS bei über sechs Prozent ein. Mittelfristig peilt der Konzern mehr als sieben Prozent an.
Die Kommunikations-Offensive reißt nicht ab. In den kommenden Wochen stehen weitere wichtige Termine im Finanzkalender:
- 22. Juni: Deutsche Bank Defence Conference in London
- 24. Juni: Jefferies Corporate Conference in Baden-Baden
- 24. Juni: Mediobanca-Konferenz in Mailand
Auf diesen Veranstaltungen muss das Management beweisen, dass die vollen Auftragsbücher zeitnah hohe Gewinne abwerfen.
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