TKMS Aktie: 2,68 Prozent Minus trotz Milliarden-Deals
Trotz zweier historischer Großaufträge fällt die TKMS-Aktie. Anleger nutzen die Rekordnachrichten für Gewinnmitnahmen.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückgang trotz Milliardenaufträgen
- Fregattenbau für die Deutsche Marine
- Exklusive Verhandlungen mit Kanada
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
Zwei historische Großaufträge innerhalb von 48 Stunden. Das ist eigentlich ein starkes Signal für TKMS-Aktionäre. Dennoch verzeichnet die Aktie am Donnerstag einen Kursrücksetzer. Das Papier fällt um 2,68 Prozent auf 87,00 Euro. Marktbeobachter werten dies als klassischen „Sell-the-News“-Effekt. Anleger nehmen nach der positiven Nachrichtenlage erste Gewinne mit.
Milliarden-Auftrag der Marine
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Mittwoch die Mittel freigegeben. TKMS baut vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Deutsche Marine. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 6,3 Milliarden Euro.
Bis Ende 2026 besteht zudem eine Option auf vier weitere Einheiten. Diese Option hat einen Wert von zusätzlichen 5,3 Milliarden Euro. Die erste Übergabe plant TKMS für das Jahr 2029.
CEO Oliver Burkhard spricht vom größten Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte. Das Programm ersetzt das gestoppte F126-Projekt. Dieses Vorhaben scheiterte zuletzt an massiven Kostensteigerungen auf über 18 Milliarden Euro.
Exklusive Verhandlungen mit Kanada
Parallel dazu meldet TKMS einen internationalen Erfolg. Kanada wählte das Unternehmen als bevorzugten Bieter für eine neue U-Boot-Flotte. Es geht um bis zu zwölf Boote des Typs 212CD. Die exklusiven Verhandlungen dauern voraussichtlich bis zu 18 Monate.
Die Dimensionen sind gewaltig. Allein der Bau der Boote kostet geschätzt 20 Milliarden Euro. Über den Lebenszyklus könnten die Gesamtkosten bis zu 100 Milliarden kanadische Dollar erreichen.
Für die Produktion plant TKMS den Aufbau von rund 1.500 neuen Stellen. Die Standorte Kiel und Wismar profitieren davon direkt. Die Auslieferungen für das kanadische Programm sollen zwischen 2033 und 2045 erfolgen.
Kursziel und Ausblick
Der aktuelle Kursrückgang erklärt sich durch einen Blick auf den Chart. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 26 Prozent auf der Kurstafel. Kein Wunder. Investoren sichern sich auf diesem Niveau erst einmal ihre Gewinne.
Generell rücken Rüstungswerte durch die aktuellen Konflikte im Nahen Osten wieder stärker in den Fokus. Die Analysten der Deutschen Bank raten weiterhin zum Kauf der Aktie. Sie sehen das Kursziel bei 110 Euro und verweisen auf die Auftragslage.
Bisher lag der Auftragsbestand des Unternehmens bei knapp 21 Milliarden Euro. Durch die neuen Deals könnte er auf fast 38 Milliarden Euro ansteigen. Damit ist die Auslastung der Werften für das nächste Jahrzehnt weitgehend gesichert. Kurzfristig bleibt die extrem hohe Volatilität von 82 Prozent jedoch ein prägendes Merkmal der Aktie.
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