TKMS Aktie: 37-Milliarden-Kanada-Projekt entscheidend
TKMS steigert Umsatz und Ergebnis, leidet aber unter negativem Cashflow. Ein milliardenschwerer U-Boot-Auftrag aus Kanada könnte die Zukunft prägen.
Kurz zusammengefasst
- Umsatzwachstum um zehn Prozent
- Freier Cashflow bleibt negativ
- Kanada-Auftrag im Milliardenbereich erwartet
- Jahresprognose vom Vorstand bestätigt
TKMS liefert Wachstum, der Aktienkurs liefert Misstrauen. Der Marineschiffbauer steigert Umsatz und Ergebnis, wird an der Börse aber vor allem am schwachen freien Cashflow gemessen. Parallel rückt ein Großauftrag in Kanada näher, der die Größenordnung des Unternehmens deutlich verändern könnte.
Cashflow drückt auf die Stimmung
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte TKMS den Umsatz um zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das zeigt: Das operative Geschäft läuft, vor allem Atlas Elektronik und das klassische U-Boot-Geschäft trugen zur Profitabilität bei.
Das bereinigte EBIT kletterte auf 60 Millionen Euro. Belastend wirkte jedoch der freie Cashflow, der bei minus 72 Millionen Euro lag. Genau dort setzte die Skepsis des Marktes an.
Am Dienstag notiert die Aktie bei 72,10 Euro, ein Tagesminus von 4,50 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen summiert sich der Rückgang auf 15,57 Prozent. Kein Wunder, dass der Markt nun genauer auf die Qualität des Wachstums schaut.
Der Vorstand hält dennoch an der Jahresprognose fest. Erwartet wird weiter ein Umsatzplus zwischen zwei und fünf Prozent. Damit bleibt die operative Linie intakt, auch wenn der Kapitalabfluss kurzfristig stört.
Kanada als möglicher Kurstreiber
Der größere Hebel liegt nicht in den Halbjahreszahlen, sondern in der Auftragspipeline. In den kommenden Wochen wird die Entscheidung Kanadas über das Canadian Patrol Submarine Project erwartet. Das Programm wird auf bis zu 37 Milliarden Euro geschätzt.
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Ein Zuschlag für TKMS könnte den aktuellen Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das wäre keine normale Bestellung, sondern ein Projekt mit langfristiger Auslastungswirkung für Werften, Zulieferer und Entwicklungsteams.
Konzernchef Oliver Burkhard verweist bereits auf eine hohe Auslastung der Standorte. Für weitere Großprojekte prüft TKMS internationale Partnerschaften. Neben Kanada laufen auch Kampagnen in Indien mit einem Volumen von rund fünf Milliarden Dollar sowie in Argentinien.
Thyssenkrupp bleibt im Bild
Auch die frühere Mutter spielt weiter eine Rolle. Thyssenkrupp hält nach dem Börsengang im vergangenen Herbst weiterhin 51 Prozent an TKMS. Für den Industriekonzern bleibt die Marinesparte damit ein wichtiger Wertanker, während andere Bereiche mit Restrukturierungen beschäftigt sind.
Für das zweite Halbjahr peilt TKMS eine bereinigte operative Marge von über sechs Prozent an. Im ersten Halbjahr lag sie bei 5,1 Prozent. Der Abstand ist nicht riesig, verlangt aber eine saubere Projektabwicklung und Kontrolle bei Entwicklung, Vertrieb und Kosten.
Kurzfristig dominiert der Cashflow die Kursreaktion. Mittelfristig hängt die Neubewertung stärker an Auftragseingängen als an einzelnen Quartalswerten. Die erwartete Kanada-Entscheidung in den kommenden Wochen liefert dafür den nächsten konkreten Prüfpunkt.
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