TKMS Aktie: 8,36 Prozent Minus trotz Milliardenaufträge

TKMS sichert sich zwei Milliardenaufträge, doch die Aktie verliert. Eine Roadshow in Singapur soll Investoren von der Strategie überzeugen.

Andreas Sommer ·
TKMS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Rekordaufträge für U-Boote und Fregatten
  • Aktie verliert trotz voller Auftragsbücher
  • Roadshow in Singapur zur Investorenüberzeugung
  • Langfristige Projekte mit später Umsatzwirkung

Volle Auftragsbücher, aber eine schwächelnde Aktie. Bei TKMS klafft gerade genau das auseinander. In Singapur versucht der Marineschiffbauer diese Woche, institutionelle Investoren von seiner Strategie zu überzeugen — kurz nachdem gleich zwei Milliardenaufträge eingegangen sind.

Die zweitägige Roadshow begann am Dienstag und endet heute, am 15. Juli. Sie kommt nicht zufällig. TKMS hat kürzlich zwei der größten Aufträge seiner Geschichte an Land gezogen.

Zwei Großaufträge in einer Woche

Anfang Juli wählte die kanadische Regierung TKMS als bevorzugten Bieter für das Canadian Patrol Submarine Project aus. Das Projekt umfasst bis zu zwölf U-Boote der Klasse Type 212CD. Über mehrere Jahrzehnte, inklusive Wartung und Betrieb, könnte das Gesamtvolumen 100 Milliarden kanadische Dollar übersteigen. Der reine U-Boot-Auftrag wird auf über 12 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Wenige Tage später legte der Haushaltsausschuss des Bundestages nach. Am 8. Juli genehmigte er 6,3 Milliarden Euro für vier Fregatten der Klasse F128. Es ist der größte Überwasser-Auftrag in der Firmengeschichte von TKMS.

Diese Aufträge sichern die Werftauslastung für viele Jahre. Trotzdem reagierten die Märkte zuletzt zurückhaltend.

Warum die Aktie trotzdem schwächelt

Die TKMS-Aktie schloss am Dienstag bei 82,20 Euro. In den letzten sieben Tagen verlor sie 8,36 Prozent. Auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von 13,22 Prozent zu Buche — die Kursausschläge sind also erheblich.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 82,62 Prozent. Das ist ein hoher Wert und zeigt: Der Markt ist bei TKMS aktuell alles andere als ruhig. Vom 52-Wochen-Hoch bei 106,58 Euro aus dem Oktober 2025 trennen die Aktie mittlerweile fast 23 Prozent.

Der Grund für die Skepsis liegt in den Details der Aufträge. Analysten fragen nach Profitabilität und langen Vorlaufzeiten. Die erste Fregatte soll erst 2029 an die Deutsche Marine gehen, die ersten vier kanadischen U-Boote frühestens 2034. Zwischen Auftragseingang und tatsächlicher Umsatzwirkung liegen bei Marineprojekten oft Jahre.

Hinzu kommt: Der kanadische U-Boot-Deal ist bislang nur eine bevorzugte Bieterposition. Ein bindender Vertrag steht noch aus — erwartet wird er erst für Ende 2027.

Was die Roadshow leisten muss

Genau hier setzt die Veranstaltung in Singapur an. TKMS will Investoren direkt erklären, warum die langen Vorlaufzeiten kein Risiko, sondern Planungssicherheit bedeuten. Die technologische Führungsrolle im Bereich maritimer Verteidigung soll dabei im Mittelpunkt stehen.

Die Zahlen zeigen: Ganz verloren hat die Aktie das Vertrauen der Anleger nicht. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 18,70 Prozent, gegenüber dem 52-Wochen-Tief vom November 2025 sogar ein Anstieg von 44,85 Prozent. Der RSI von 51,7 deutet auf eine neutrale Marktlage hin — weder überkauft noch überverkauft.

Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 78,51 Euro, der 100-Tage-Durchschnitt bei 82,88 Euro. Der aktuelle Kurs bewegt sich also zwischen beiden Marken. Ein klares Trendsignal lässt sich daraus nicht ablesen.

Die globale Nachfrage nach maritimer Verteidigungstechnik dürfte anhalten. Ob die Gespräche in Singapur reichen, um die Lücke zwischen vollen Auftragsbüchern und der jüngsten Kursschwäche zu schließen, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.

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TKMS Aktie

88,50 EUR

+ 2,30 EUR +2,67 %
KGV
KUV 2,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
Ø Kursziel 99,71 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

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