TKMS Aktie: Auftragsbestand über 25 Milliarden Euro

TKMS treibt U-Boot-Projekte in Kanada und Indien voran. Der Auftragsbestand könnte dank neuer Großaufträge auf über 25 Milliarden Euro steigen.

Dr. Robert Sasse ·

Kurz zusammengefasst

  • Kanada und Indien als Großkunden
  • Auftragsbestand über 25 Milliarden Euro
  • Umsatz wächst um 19 Prozent
  • Guidance für 2025/26 angehoben

Während Anleger bei TKMS die Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag noch verdauen, rückt eine andere Entwicklung in den Vordergrund: Der Rüstungskonzern treibt seine internationalen U-Boot-Programme konkret voran.

In Kanada gilt TKMS als bevorzugter Anbieter für ein Programm über bis zu zwölf U-Boote, in Indien laufen finale Verhandlungen über sechs Boote mit Option auf drei weitere. Beide Geschäfte sind noch nicht unterzeichnet, könnten den bereits prall gefüllten Auftragsbestand aber deutlich erweitern.

Der Aktienkurs hat sich von den Höchstständen etwas gelöst. Am Freitag schloss das Papier bei 92,60 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent auf Tagessicht. Zum 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, erreicht im vergangenen Monat, klafft damit eine Lücke von 15 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 14 Prozent zu Buche, und seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 40 Prozent verteuert.

Auftragsbestand könnte auf über 25 Milliarden Euro klettern

Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres wies TKMS einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro aus. Rechnet man die im Juli unterzeichneten vier MEKO-A-200-DEU-Fregatten hinzu, die erst nach dem Bilanzstichtag zum 30. Juni verbucht wurden, liegt der Wert bereits über 25 Milliarden Euro.

Das Fregattenprogramm selbst umfasst vier Schiffe mit Option auf vier weitere und hat ein Volumen von rund 5 Milliarden Euro; Lieferbeginn ist für 2029 angestrebt.

Kommen die Geschäfte in Kanada und Indien hinzu, würde sich die Auftragsbasis noch einmal spürbar verbreitern. Parallel prüft das Unternehmen zusätzliche internationale Produktionskapazitäten, unter anderem in Kooperation mit der spanischen Werft Navantia – ein Schritt, der angesichts der Auftragsflut naheliegt, sollen die Kapazitäten in Deutschland nicht zum Flaschenhals werden.

Zahlen vom Donnerstag liefern den Unterbau

Die am Donnerstag vorgelegten Neun-Monats-Zahlen untermauern das Bild eines Unternehmens im Wachstumsmodus. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro.

Besonders das Segment Submarines stach hervor: Hier vervierfachte sich das bereinigte EBIT auf 46 Millionen Euro. Auch die Tochter Atlas Electronics legte kräftig zu, mit einem Umsatzplus von 28 Prozent und einem EBIT-Anstieg von 31 Prozent.

Auf der anderen Seite drehte der freie Cashflow nach neun Monaten deutlich ins Minus: minus 204 Millionen Euro, nach plus 631 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen begründet dies mit erwarteten Auszahlungen im Zuge der Vertragserfüllung – ein Effekt, der angesichts der Auftragsdynamik nicht überraschend kommt, aber von Anlegern im Blick behalten werden sollte.

Auf Basis der starken Geschäftsentwicklung hatte TKMS am Donnerstag zudem die Guidance für das Geschäftsjahr 2025/26 angehoben: Das Umsatzwachstum soll nun zwischen 10 und 12 Prozent liegen, deutlich über der vorherigen Spanne von 2 bis 5 Prozent.

Die bereinigte EBIT-Marge wird mit bis zu 6,5 Prozent avisiert, nach zuvor „über 6 Prozent“. Analysten reagierten mit Kurszielanhebungen, was den Kurs zunächst beflügelte, bevor er in den vergangenen Handelstagen etwas Boden abgab.

Für Anleger bleibt die Kombination aus wachsendem Auftragspolster und angehobener Guidance der zentrale Treiber der Aktie. Ob sich die Gespräche mit Kanada und Indien tatsächlich in unterzeichnete Verträge übersetzen, dürfte in den kommenden Monaten der nächste entscheidende Katalysator sein.

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TKMS Aktie

92,60 EUR

– 0,50 EUR -0,54 %
KGV
KUV 2,36
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
Ø Kursziel 111,14 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

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