TKMS Aktie: Burkhard wehrt Zweifel ab
TKMS-Chef Burkhard widerspricht Skepsis zur Auftragserfüllung. Neue Forderung von Damen und politische Risiken belasten die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Burkhard weist Kapazitätsbedenken zurück
- Milliardenforderung von Damen belastet
- Indien-Auftrag als nächster Meilenstein
- Aktie erholt sich trotz Gegenwind
TKMS-Chef Oliver Burkhard hat sich am Freitag gegen wachsende Sorgen um die Kapazität seines Werftkonzerns gestellt. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ widersprach er der These, das Unternehmen könne sein Rekord-Auftragsbuch nicht stemmen. Der Kurs hatte zuvor deutlich Federn gelassen.
Skepsis trotz Milliardenaufträgen
Die TKMS-Aktie notiert am Freitag bei 81,40 Euro. Das ist ein Plus von 1,62 Prozent zum Vortag. Zuvor war der Kurs von einem Zwischenhoch bei 98,20 Euro deutlich abgerutscht – ausgelöst hatte den Höhenflug der Zuschlag als bevorzugter Bieter für das kanadische U-Boot-Projekt.
Burkhard erklärt die Nervosität der Märkte mit Zweifeln am gewaltigen Auftragsbestand. Der liegt aktuell bei rund 20 Milliarden Euro. Das entspricht etwa dem Zehnfachen des letzten Jahresumsatzes.
Mit dem möglichen Großauftrag aus Kanada über bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD könnte dieses Volumen laut Schätzungen sogar noch steigen. Hinzu kommt die Entscheidung des Bundestags für das F128-Fregattenprogramm. Burkhard zeigte sich während einer Roadshow in Singapur unbeeindruckt: „Natürlich schaffen wir das, sonst würden wir solche Aufträge doch gar nicht annehmen.“
Damen fordert Milliardensumme
Ein neuer Belastungsfaktor kam am Freitag hinzu. Der niederländische Werftenkonzern Damen fordert Berichten zufolge eine Milliardensumme von TKMS. Details zu den Hintergründen blieben zunächst vage.
Marktbeobachter werten die Forderung als weiteren Faktor, der eine kurzfristige Erholung der Aktie bremsen könnte. Die Nervosität hat aber noch eine zweite Wurzel: die politische Unstetigkeit in Deutschland.
Der Bund war abrupt aus dem ursprünglichen F126-Fregattenprogramm ausgestiegen. Das hatte bei Investoren Fragen zur Verlässlichkeit staatlicher Auftragszusagen aufgeworfen. Zwar kompensiert das neue F128-Programm im Wert von 6,3 Milliarden Euro diesen Ausfall inzwischen – die Skepsis gegenüber langfristigen Zeitplänen bleibt trotzdem bestehen.
Indien als nächster Prüfstein
Der mittelfristige Ausblick für TKMS bleibt von der globalen Aufrüstung mariner Streitkräfte gestützt. Burkhard stellte für das Ende des laufenden Jahres einen weiteren Großauftrag aus Indien in Aussicht.
Mit einem Kursplus von 22,96 Prozent seit Jahresbeginn zählt TKMS weiterhin zu den Outperformern der Branche. Zum 52-Wochen-Hoch von 106,58 Euro fehlen der Aktie aber noch 23,63 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 78,45 Euro hat sich am Freitag als Unterstützung bewährt – der Kurs konnte die Marke verteidigen.
Ob der angekündigte Indien-Auftrag tatsächlich zum Jahresende kommt, dürfte für die weitere Kursentwicklung mitentscheidend sein. Bis dahin bleibt die Debatte um Kapazität und juristische Risiken der Faktor, der die Aktie in Schach hält.
TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 17. Juli liefert die Antwort:
Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...