TKMS Aktie: Cashflow fällt auf minus 72 Millionen

Trotz Umsatz- und Gewinnsteigerung fällt die TKMS-Aktie. Belastend wirken ein schwacher Cashflow und das schwierige Marktumfeld für Rüstungswerte.

Andreas Sommer ·
TKMS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursrutsch trotz Rekordbestand
  • Operatives Wachstum bei Umsatz und EBIT
  • Freier Cashflow bricht deutlich ein
  • Analysten uneins über weitere Entwicklung

Mehr Umsatz, mehr operativer Gewinn, ein Rekord im Auftragsbuch — und trotzdem verkauft der Markt die TKMS-Aktie. Der Fall zeigt, wie eng die Bewertung derzeit am Rüstungssektor hängt. Gute Zahlen reichen nicht, wenn Cashflow und Margen Zweifel wecken.

Am Montag schloss die Aktie bei 75,00 Euro und verlor damit 4,94 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus bereits auf 12,38 Prozent. Der Kursdruck ist damit mehr als eine kurze Reaktion auf die Halbjahreszahlen.

Operativ läuft es besser

Im ersten Halbjahr 2025/26 steigerte TKMS den Umsatz um 10 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 14 Prozent zu. Damit wächst der Marinekonzern operativ klar weiter.

Auch das zweite Quartal fiel solide aus. Der Erlös erreichte 624 Millionen Euro und lag über der Markterwartung von 555 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge kam auf 5,1 Prozent.

Der stärkste Punkt bleibt das Auftragsbuch. Der Bestand erreichte 20,6 Milliarden Euro und markierte einen neuen Höchstwert. Rechnerisch deckt das rund acht Jahre Umsatz ab.

Treiber sind vor allem das deutsch-norwegische U-Boot-Programm 212CD und Großaufträge bei Atlas Elektronik. Das verschafft TKMS eine hohe Sichtbarkeit. Genau deshalb fällt die Kursreaktion umso stärker auf.

Cashflow und Sektor belasten

Der Abverkauf passt zum schwachen Umfeld für europäische Rüstungswerte. Friedenshoffnungen im Ukraine-Konflikt setzten am Montag auch Rheinmetall, Hensoldt und Leonardo unter Druck. TKMS wurde von dieser Bewegung mitgezogen.

Unternehmensseitig irritierte vor allem der freie Cashflow. Er sank im ersten Halbjahr auf minus 72 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 756 Millionen Euro zu Buche standen. Damals hatten hohe Vorauszahlungen das Bild stark gestützt.

Auch die Gewinnqualität bleibt ein Thema. Bernstein Research verwies auf eine Marge, die trotz Wachstum nicht voll überzeugte. Der Nettogewinn fiel um 41 Prozent auf 27 Millionen Euro, belastet durch höhere Kosten für Forschung, Entwicklung und Vertrieb.

Technisch wirkt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt 12,67 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI steht bei 32,4. Das signalisiert Druck, aber noch keine klare Trendwende.

Ausblick bleibt ambitioniert

CEO Oliver Burkhard hält an der Prognose für 2025/26 fest. TKMS peilt ein Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von über 6 Prozent an. Mittelfristig soll die Marge über 7 Prozent steigen.

Parallel prüft das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten und Partnerschaften. Dazu zählt eine Absichtserklärung mit der spanischen Navantia. Bei German Naval Yards Kiel führt TKMS Gespräche, will laut Burkhard aber kein Wettbieten mit Rheinmetall eingehen.

Bei möglichen Großaufträgen bleibt der Nachrichtenfluss wichtig. Kanada prüft ein U-Boot-Projekt mit einem Volumen von über 30 Milliarden Euro. In Indien verhandelt TKMS über sechs U-Boote.

Die Analysten bleiben gespalten:

  • mwb research: Kaufempfehlung, Kursziel 125 Euro, Verweis auf nachlassende Altlasten.
  • Bernstein Research: „Market-Perform“, Kursziel 83 Euro, Vorsicht wegen der Marge.
  • Deutsche Bank: „Buy“, Kursziel 110 Euro.

Kurzfristig zählt nun, ob TKMS den Cashflow stabilisiert und die Zielmarge von über 6 Prozent im Gesamtjahr erreicht. Ein Auftrag aus Kanada oder Indien würde den Rekordbestand weiter stützen, die Margenfragen aber nicht automatisch lösen.

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Sektor Technologie
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