TKMS Aktie: Damen fordert 4,7 Milliarden vom Bund
Bernstein bestätigt TKMS positiv, während Atlas UK einen britischen U-Boot-Auftrag erhielt und TKMS eine Kooperation prüft.
Kurz zusammengefasst
- Damen verlangt knapp 4,7 Milliarden Euro
- TKMS ist nicht Anspruchsteller gegen den Bund
- Atlas UK erhielt britischen Torpedoabwehr-Auftrag
- TKMS und EDGE prüfen maritime Zusammenarbeit
Laut einem Bericht des Deutschlandfunks verlangt Damen in einem von mehreren Medien zitierten Anwaltsschreiben knapp 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz von der Bundesrepublik Deutschland.
Hintergrund der Forderung ist der Abbruch des Fregattenprojekts F126. In dem anwaltlichen Dokument wird TKMS als Auftragnehmer für den Bau neuer Fregatten genannt. Das Unternehmen agiert in diesem Vorgang jedoch ausdrücklich nicht als Anspruchsteller gegen die Bundesrepublik.
Die juristische Auseinandersetzung um das beendete Rüstungsvorhaben richtet sich damit formal ausschließlich gegen den Bund. Für TKMS bedeutet die namentliche Erwähnung in dem Schreiben eine Bestätigung der industriellen Einbindung bei der Neuvergabe künftiger Fregattenbauten.
Während die rechtliche Abwicklung der bisherigen Verträge zwischen Damen und den Behörden verhandelt wird, konzentriert sich die Aufmerksamkeit im Markt auf die Ausführung künftiger Marineprogramme.
Analystenurteil und internationale Partnerschaften
Positive Signale kamen von Analystenseite. Bernstein Research beließ die Einstufung für TKMS vor rund zwei Wochen auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 125 Euro. Das Analysehaus traut dem Titel damit einen spürbaren Wertzuwachs gegenüber dem Kursniveau an den Märkten zu.
Neben dem Fregattenbau treibt das Unternehmen internationale Kooperationen voran. In München unterzeichneten TKMS und EDGE während des Staatsbesuchs der Vereinigten Arabischen Emirate eine Absichtserklärung. Die beiden Partner prüfen gemeinsame Fähigkeiten zur Unterwasserüberwachung und zum Schutz maritimer Bereiche. Konkrete Systeme, ein Zeitplan oder ein Beschaffungsprogramm wurden im Zusammenhang mit der Unterzeichnung nicht genannt.
Einen operativen Auftragserfolg meldete die Unternehmensgruppe zudem im U-Boot-Segment. Vor gut einer Woche erhielt die Konzerntochter Atlas UK vom britischen Verteidigungsministerium einen Zuschlag für das Programm „Next Generation Countermeasure“ (NGCM). Die Sparte soll ein Torpedoabwehrsystem für U-Boote liefern. Zum genauen finanziellen Umfang dieser Vereinbarung machten die beteiligten Stellen keine Angaben.
Kursentwicklung der Aktie
An den Märkten ging die Aktie am Donnerstag mit einem Schlusskurs von 80,30 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 21 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf 5,11 Milliarden Euro.
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