TKMS Aktie: F127-Fregattenklasse mit Rheinmetall vorangetrieben

TKMS entwickelt mit Rheinmetall die F127 für Luft- und Raketenabwehr; eine Bestellung steht noch aus, während die Aktie 13 Prozent verliert.

Dr. Robert Sasse ·
Moderne Fregatte bei der Fahrt durch neblige Gewässer, symbolisiert maritime Verteidigungstechnologie. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • F127-Entwurf deutlich weiterentwickelt
  • Rheinmetall kooperiert mit TKMS
  • Erste Auslieferung ab Mitte 2030er möglich
  • Aktie verliert monatlich 13 Prozent

TKMS kommt bei der Entwicklung einer neuen Fregattenklasse für die Luftverteidigung spürbar voran. Der Rüstungskonzern hat gemeinsam mit Rheinmetall den Entwurf für das Schiff mit der Bezeichnung F127 nach eigenen Angaben weit vorangetrieben. Grundlage ist die MEKO-A400-Plattform, die um Fähigkeiten zur weitreichenden Luftverteidigung und zur Abwehr ballistischer Raketen erweitert wird.

Für das Projekt zeichnet die gemeinsam gegründete Projektgesellschaft A400 FC GmbH verantwortlich, an der TKMS und Rheinmetall beteiligt sind. Nach Unternehmensangaben soll rund 90 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland entstehen. Bei zeitnaher Beauftragung hält TKMS eine erste Auslieferung Mitte der 2030er Jahre für möglich – ein langfristiger Zeithorizont, der die Planungssicherheit für die Werften in Kiel und die Zulieferkette betont.

Ein weiterer Baustein im Rüstungsportfolio

Die F127 reiht sich in ein wachsendes Auftragsportfolio des Unternehmens ein, das zuletzt maßgeblich von Marineaufträgen aus mehreren Ländern getragen wurde.

Für Anleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, dass TKMS über das U-Boot-Geschäft hinaus auch bei Überwasserschiffen mit anspruchsvollen Luftverteidigungssystemen Fuß fassen will. Die Kooperation mit Rheinmetall bündelt dabei Kompetenzen aus Schiffbau und Waffensystemtechnik.

Konkrete Bestellungen liegen für die F127 noch nicht vor – das Projekt befindet sich in der Design- und Konzeptionsphase. Eine Beauftragung würde aber, gemessen an den genannten Wertschöpfungsanteilen und dem langen Lieferhorizont, ein Projekt mit erheblicher industrieller Tiefe darstellen.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse zeigt sich das Papier davon zunächst unbeeindruckt. Die Aktie schloss am Freitag bei 83,40 Euro und büßte auf Monatssicht 13 Prozent ein. Damit notiert TKMS rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das am 14. August markiert wurde. Der Rücksetzer relativiert sich allerdings mit Blick auf den Jahresverlauf: Seit Jahresbeginn steht für das Papier noch immer ein Plus von 26 Prozent zu Buche.

Der jüngste Kursrückgang lässt sich nicht auf eine konkrete negative Nachricht zurückführen, sondern spiegelt eher eine Konsolidierung nach der starken Rally der vergangenen Monate wider. Mit einem RSI von 41 und einer annualisierten Volatilität von 50 Prozent bleibt die Aktie ein Papier mit ausgeprägten Schwankungen, wie sie für Rüstungswerte in einer Phase geopolitischer Neubewertung typisch sind.

Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob aus dem F127-Design in absehbarer Zeit eine feste Bestellung wird. Bis dahin bleibt das Projekt vor allem ein strategisches Signal: TKMS positioniert sich zusammen mit Rheinmetall als Anbieter komplexer Luftverteidigungslösungen für die deutsche und europäische Marine – mit Blick auf ein Marktumfeld, in dem Verteidigungsausgaben in mehreren europäischen Staaten spürbar steigen.

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TKMS Aktie

77,00 EUR

– 0,60 EUR -0,77 %
KGV 58,67
KUV 1,90
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 4,89 Mrd. EUR
Ø Kursziel 108,12 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

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