Wenn der Bundeskanzler und der Verteidigungsminister persönlich auf Werbetour gehen, steht viel auf dem Spiel. Für ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) geht es in Kanada um einen U-Boot-Großauftrag, der das künftige Wachstum maßgeblich definieren könnte. Im direkten Duell mit einem südkoreanischen Konkurrenten setzt die Bundesregierung nun auf ein starkes geopolitisches Argument.
Diplomatie und lokale Wertschöpfung
Bei jüngsten Gesprächen in Norwegen machten Friedrich Merz und Boris Pistorius gegenüber dem kanadischen Premierminister Mark Carney deutlich, worauf es ankommt: gemeinsame Ausrüstung innerhalb der NATO. Dieser strategische Vorstoß zielt direkt auf das konkurrierende Angebot von Hanwha Ocean aus Südkorea ab. Während die Asiaten mit finanziellen Anreizen locken, argumentiert Berlin mit den handfesten Vorteilen einer einheitlichen Ausbildung und Wartung im westlichen Bündnis.
Um zudem die strengen Vorgaben Ottawas zur lokalen Wertschöpfung zu erfüllen, hat TKMS in den vergangenen Wochen gezielt Kooperationen geschlossen. Ein neu geschmiedetes Netzwerk mit kanadischen Rüstungszulieferern wie CAE und Magellan Aerospace soll sicherstellen, dass ein erheblicher Teil der Investitionen im Land bleibt.
Rekordaufträge stützen die Prognose
Das selbstbewusste Bieten um den kanadischen Auftrag fußt auf einer äußerst soliden operativen Basis. Dank eines kürzlich eingegangenen Folgeauftrags aus Norwegen kletterte der Auftragsbestand des Unternehmens auf über 20 Milliarden Euro. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Konzern 545 Millionen Euro Umsatz bei einer Bruttomarge von 17 Prozent. Diese Zahlen veranlassten das Management prompt dazu, die Jahresprognose auf ein Umsatzwachstum zwischen zwei und fünf Prozent anzuheben.
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Diese fundamentale Stärke spiegelt sich auch am Kapitalmarkt wider. Mit einem Plus von gut 26 Prozent seit Jahresanfang notierte das Papier gestern bei 87,55 Euro und behauptet sich damit auf einem hohen Niveau.
Kapazitätsausbau für die wachsende Pipeline
Parallel zur vertrieblichen Offensive liefert der Konzern auch technologisch ab. Ende Februar übergab TKMS gemeinsam mit Israel Aerospace Industries das autonome Unterwasserfahrzeug „BlueWhale“ an die deutsche Marine – ein 11 Meter langes System, das Aufklärung und Datenfusion vereint. Um die prall gefüllten Auftragsbücher abzuarbeiten, investiert das Unternehmen derzeit rund 200 Millionen Euro in den Umbau der Werft in Wismar. Dort soll noch in diesem Jahr die Teilproduktion anlaufen.
Die kommenden Monate bringen nun eine hohe Dichte an richtungsweisenden Terminen. Am 11. Mai 2026 wird das Unternehmen seine Quartalszahlen präsentieren und tiefere Einblicke in die Profitabilität gewähren. Unmittelbar danach, zwischen Mai und Juni, fällt die finale Vergabeentscheidung in Kanada. Da zeitgleich in Indien ein weiteres milliardenschweres U-Boot-Abkommen vor der Vertragsunterzeichnung steht, definieren diese Wochen den mittelfristigen Wachstumskurs des Rüstungskonzerns.
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